Rede, Mirka Federer, rede

RESTZUCKER

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Vielleicht wird das Schweigen überschätzt. Man kann jedenfalls auch zu lange schweigen. Mirka Federer zum Beispiel schweigt seit zehn Jahren. Das war überall zu lesen. Jetzt, wo ihr Roger auferstanden ist wie Phönix aus der Asche. Sie habe ihn beschützt, heisst es. Hat sie quasi eine Mauer des Schweigens um ihn herum aufgebaut? Hinter der er ungestört an seiner Rück- und Vorhand feilen konnte.

Jetzt, wo sich Federer auf die Spitze des Tennis-Olymps gespielt hat, sollte die Schweigemauer etwas bröckeln. Mirka Federer könnte aus dem Nähkästchen oder Kinderzimmer plaudern. So nebenbei könnte sie einfliessen lassen, wo sie herkommt: Aus Kreuzlingen. Ein bisschen schwärmen vom schönen Thurgau, müsste sie dann aber schon noch.

Überhaupt könnte Mirka Federer zurück in den Thurgau ziehen. Das haben schon andere getan. Volkswirtschaftsdirektor Walter Schönholzer war auch mal weg. Ein Jahr in Paris. Da war er 21 und hat sich in der Stadt der Liebe auf seine Aufgabe als Regierungsrat vorbereitet. Den Beweis liefert ein Foto, das diese Woche öffentlich wurde. Er sitzt in einem Zimmer in Paris am Schreibtisch, Stift in der Hand und übt schon mal den Blick und die magistrale Haltung.

Der Thurgau würde Mirka Federer genau wie Walter Schönholzer mit offenen Armen empfangen. Und ihren Mann und die zweimal zwei Kinder. Die passende Immobilie für König Roger wird bald frei: Schloss Eugensberg. So lange werden die Erbs nicht mehr drin sein. Federers könnten die Oldtimer gleich mitkaufen und dem Konkursamt Umtriebe ersparen. Auch ein Umbau würde wohl reibungsloser über die Bühne gehen als etwa auf Schloss Sonnenberg in Stettfurt. Aber das gehört ja auch einem, der mit Finanzen und nicht mit Filzbällen jongliert.