RECHTSSTREIT: Raubkatze kämpft weiter

Puma will das Logo einer Ermatinger Holzmanufaktur verbieten. Der Sportartikelhersteller will Beschwerde gegen den Entscheid des Instituts für geistiges Eigentum einreichen.

Drucken
Teilen
Ein Hund: Das Logo der Ermatinger Holzmanufaktur. (Bild: PD)

Ein Hund: Das Logo der Ermatinger Holzmanufaktur. (Bild: PD)

Gegen den Entscheid des Instituts für geistiges Eigentum werde Puma «beim Bundesverwaltungsgericht fristgerecht Beschwerde einlegen», teilt das deutsche Unternehmen auf Nachfrage schriftlich mit.

Die Schlacht schien bereits gewonnen für die Holzmanufaktur von Michael Urwyler und Andreas Hostettler: Das Institut für geistiges Eigentum in Bern hatte zu Gunsten des Ermatinger Betriebes und gegen Puma entschieden. Der deutsche Sportartikelhersteller hatte beim Institut Widerspruch gegen die Holzmanufaktur eingereicht. Er wollte, dass Urwyler und Hostettler ihre Marke «Made in Ermatingen» nur noch in gewissen Bereichen anwenden dürfen.

Der auf dem Markenlogo abgebildete springende Hund aus Ermatingen sei der springenden Raubkatze von Puma zu ähnlich, argumentierte die deutsche Firma mit Sitz in Bayern. Das Institut für geistiges Eigentum wies das Anliegen von Puma jedoch nach eingehender Prüfung ab. In seiner Entscheidung vom vergangenen Freitag hielt das Institut fest, dass zwischen den beiden Markenzeichen keine Verwechslungsgefahr bestehe, da sich das Ermatinger Zeichen genügend vom Puma-Logo abhebe. Puma will diesen Entscheid jedoch nicht akzeptieren.

Andreas Hostettler zeigt sich über das Vorgehen von Puma enttäuscht. Das Ganze sei ein absoluter Nonsens: «Puma schadet sich am Ende nur selbst.» Aber eines ist für Hostettler klar: aufgeben wollen er und sein Team nicht. «Wir werden uns weiterhin zur Wehr setzen.» Falls der Rechtsstreit um das Markenlogo tatsächlich vor dem Bundesverwaltungsgericht weitergehen sollte, seien sie vorbereitet. Was dies genau bedeutet, wollte Ho­stettler nicht sagen, nur so viel: «Wenn einem das Geld fehlt, braucht es Ideen und Mut.» Ho­stettler ist auch überzeugt, dass sich keine Richter finden, die den Entscheid des Instituts für geistiges Eigentum in Frage stellen.

Marcel Jud

marcel.jud@thurgauerzeitung.ch