Rechtes Heimspiel im Seebachtal

Die SVP des Bezirks Frauenfeld lud den Zürcher Nationalrat Roger Köppel nach Hüttwilen ein. Seine Ausführungen zum Thema illegale Migration kamen bei den rund 150 Zuhörern erwartungsgemäss gut an.

Stefan Hilzinger
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Die Uesslinger Gemeinderätin Cornelia Büchi lässt sich mit Roger Köppel ablichten. (Bild: Stefan Hilzinger)

Die Uesslinger Gemeinderätin Cornelia Büchi lässt sich mit Roger Köppel ablichten. (Bild: Stefan Hilzinger)

HÜTTWILEN. Roger Köppel steht zwar gern im Rampenlicht, aber der Strahl des Beamers war dann doch des Guten zu viel. «Cha öpper bitte das Wägeli uf d'Siite schiebe?» Jemand zog an dem Wägelchen, auf dem der Beamer stand, und der störende Lichtfleck wanderte aus dem Gesicht des Zürcher SVP-Nationalrats. «Rechts oben ist gut», sagte Köppel, und der Saal lachte.

Die SVP des Bezirks Frauenfeld hatte den Journalisten und «Weltwoche»-Verleger als Redner an ihre Jahresversammlung am Freitagabend nach Hüttwilen eingeladen. 178 090 Zürcherinnen und Zürcher haben den 50-Jährigen im Herbst zum Nationalrat gewählt, so viele Menschen wie nie zuvor einem Parlamentarier ihre Stimme gegeben hatten. Rund 150 Personen hörten sich in der kühlen Turnhalle Köppels Ausführungen an zum Thema «Die Schweiz und die illegale Migration».

«Nur wenige echte Flüchtlinge»

Wer einen Polterer erwartet hatte, wurde enttäuscht. Köppels Worte sind unaufgeregt, begleitet von ruhigen Gesten. Drei Arten von Migranten gebe es laut Asylrecht: Echte, an Leib und Leben bedrohte Flüchtlinge, die Anspruch auf Asyl hätten, dann Kriegsvertriebene, denen man vorübergehenden Schutz gewähren könne, und drittens die sogenannten Wirtschaftsmigranten. Leider, so sagte Köppel, würde die aktuelle Willkommenskultur diese Unterschiede nicht mehr machen. Für Köppel sind aktuell nur die wenigsten Migranten echte Flüchtlinge, da sie nicht an Leib und Leben bedroht seien, «etwa wenn Syrer nach vier Jahren in der sicheren Türkei weiter nach Westen fliehen», sagte Köppel. «Wir brauchen keine neuen Gesetze, wir müssen nur unsere konsequent anwenden.» Die «Schönwetterkonstrukution EU» habe versagt, und in der Schweiz sei die SVP die einzige Partei, welche dafür einstehe, dass das Asylrecht angewandt werde.

Zustrom den Riegel schieben

Angela Merkels Willkommenskultur für «Syrer und solche, die vorgeben, Syrer zu sein» habe eine Völkerwanderung losgetreten, die Tausende Menschen nach Europa brächten, die grösstenteils nur schwer in unserer Gesellschaft zu integrieren seien. «Ein Arzt aus Syrien wird hier Taxifahrer, wenn's gut geht.» Die meisten Migranten aber landeten in der Sozialhilfe. Dem Zustrom müsse der Riegel geschoben werden. Heisst für Köppel: das Asylrecht konsequent anwenden – «wer abgewiesen wird, muss auch ausgewiesen werden» – und die Landesgrenze besser sichern.

Die Schweiz dürfe ihre Willkommenskultur nicht ausbauen, daher gehöre die Änderung des Asylgesetzes, die im Juni an die Urne kommt, abgelehnt. «Die Österreicher haben Obergrenzen festgelegt und selbst die Deutschen krebsen zurück.»

Köppels Ausführungen gingen den Zuhörern hinunter wie Öl. Immer wieder zustimmendes Nicken, leise «jawohl» und «recht hät er». In der Diskussion gab es dann warmen Applaus aus dem Publikum für einen Hinterthurgauer, der vor Sharia, Vielweiberei und dem Islam überhaupt warnte. Das sei die eigentliche Gefahr. Köppel setzte dem nichts entgegen.