Rechenstunde mit der Nagra

«Die haben euch auf dem falschen Fuss erwischt», sagt mein Cousin, der Steckborner Turmspatz. «Wovon sprichst du? In den Skiferien habe ich kaum Zeitung gelesen.» «Das war auch der Trick, lieber Siegelturmtschilper», sagt er verschwörerisch, «die haben nur gewartet, bis ihr im Schnee wart.

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«Die haben euch auf dem falschen Fuss erwischt», sagt mein Cousin, der Steckborner Turmspatz. «Wovon sprichst du? In den Skiferien habe ich kaum Zeitung gelesen.» «Das war auch der Trick, lieber Siegelturmtschilper», sagt er verschwörerisch, «die haben nur gewartet, bis ihr im Schnee wart. Dann erst liessen sie die Katze aus dem Sack.» «Eine Katze? Wo?» Erschrocken schaue ich mich um, doch von einem Stubentiger ist nichts zu sehen. Langsam werde ich ungeduldig. «Heraus mit der Sprache.» Mein Cousin hebt die Flügel. «Das Geheimnis heisst zwei Mal zwei.» Bevor ich weiter fragen kann, ist er weg.

Na gut, selbst ist der Spatz. Zwei Mal zwei tönt nach einer Rechnung. Also flattere ich hinüber zum Primarschulhaus. Gerade ist Pause. «Was gibt zwei Mal zwei?» «Sieben», ruft ein Junge auf der Rutschbahn. Zwei Mädchen in Pink halten ihre Fingerchen in die Höhe. «Viel», sagen sie schliesslich. «Lass die Zwillinge in Ruhe.» Zwei Lehrer, die Pausenaufsicht haben, schauen mich böse an. «Zwei Mal zwei?», zwitschere ich bittend. «In der Pause wird nicht gerechnet.» Dann eben nicht. Tapfer suche ich weiter.

In der Apotheke tippt man auf ein Vitamin, im Rathaus auf die neue politische Zauberformel für den Stadtrat, in der Kirche auf die Vermehrung von Brot und Wein. «Der Zwei-Mal-zwei-Entscheid ist eine Katastrophe», erklärt mir schliesslich eine junge Frau. «Im Rennen sind nur noch zwei doppelte Standorte für ein atomares Tiefenlager. Davon liegt einer gleich vor unserer Haustüre.» Ich flieg zurück in mein Nest. Da liegen die Jodtabletten bereit. Ein Trost für dieses nukleare Desaster.

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