Rauch vertreibt den Winter

Am ersten Sonntag im März vertreibt Huben den Winter. Der Funkensonntag ist eine beliebte Tradition. Dieses Mal hatte es aber mehr Rauch als Feuer.

Tobias Rüetschi
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Kurz lodern die Christbäume aus dem Huben-Quartier. (Bild: Tobias RüetschiKurz)

Kurz lodern die Christbäume aus dem Huben-Quartier. (Bild: Tobias RüetschiKurz)

FRAUENFELD. Es ist schon fast eine gespenstische Szene: Ein riesiges und laut knisterndes Feuer, ein pechschwarzer Himmel und eine gigantische Rauchsäule, die durch den stürmischen Wind den ganzen Funkenplatz an der Obholzstrasse einnebelt. Dann bewegen sich kleine Gestalten mit orangen Laternen durch den grauen Rauch. Sie sammeln sich in der Mitte der Menschengruppe und fangen an zu singen. Es sind Schüler und Kindergärtner, die stolz ihre selbstgebastelten Laternen und dekorierten Leiterwagen präsentieren. Es ist Funkensonntag, eine Tradition, mit welcher der Quartierverein Huben den Winter vertreiben und den Frühling begrüssen will.

Gesammelt seit Weihnachten

Der Funken, der jedes Jahr am ersten Sonntag im März gezündet wird, besteht aus den Christbäumen der Quartierbewohner. Nach Weihnachten werden diese auf dem Funkenplatz gesammelt. Ist der Funken gezündet, beginnt auch der Laternenumzug der Schüler des Schulhauses Huben. Beim Feuer offeriert der Quartierverein dann Glühwein und heissen Süssmost.

Eine alte Tradition

Der Funkensonntag ist ein vor allem im schwäbisch-alemannischen Raum verbreiteter Brauch. Historisch lässt dieser sich bis ins elfte Jahrhundert zurückverfolgen. Der Zweck war schon damals, den Winter mit Feuer und Wärme zu vertreiben. Zu hoffen ist, das dies mit Rauch genauso gut möglich ist, war dieser am Sonntag doch präsenter als das Feuer.

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