Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ratsglöckchen in neuen Händen

Herbert Vetter von der SP wird heute zum neuen Präsidenten des Frauenfelder Gemeinderates gewählt. In seinem Amtsjahr will er sich dafür einsetzen, dass das politische Klima so gut bleibt, wie es ist.
Stefan Hilzinger
Der Alte und der Neue: Michael Lerch übergibt das Gemeinderatspräsidium an Herbert Vetter. (Bild: Reto Martin)

Der Alte und der Neue: Michael Lerch übergibt das Gemeinderatspräsidium an Herbert Vetter. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Herbert Vetter ist sich sicher: «Das wird schon wieder besser.» Damit meint der Frauenfelder SP-Gemeinderat nicht etwa die Lage der städtischen Finanzen – nein, er spricht auf die blamable Situation «seines» Fussballclubs an. Seit seinem siebten Lebensjahr ist Vetter ein überzeugter Anhänger des Grasshoppers Clubs Zürich.

Als GC-Fan macht Vetter derzeit zwar schwere Zeiten durch, als Lokalpolitiker freut er sich dafür auf einen Höhepunkt seiner politischen Karriere: Vetter wird heute Mittwoch zum neuen Gemeinderatspräsidenten gewählt. Er ist Nachfolger von FDP-Gemeinderat Michael Lerch.

Mit Leib und Seele Frauenfelder

Während bei GC derzeit der Lack eher etwas abblättert, hat seine Wahlheimat Frauenfeld im letzten Vierteljahrhundert gewaltig zugelegt, sagt Vetter. Als 19-Jährigen verschlug es den Zürcher in den Thurgau (siehe Kasten). Sein sprachlicher Einschlag ist zwar nicht zu überhören. Doch er sei «mit Leib und Seele» Frauenfelder, beteuert der angehende Gemeinderatspräsident.

Vetter kommt ins Schwärmen: «Frauenfeld darf stolz sein auf seine Entwicklung in den letzten Jahren.» Die Stadt sei trotz der markanten Veränderungen und dem Bevölkerungswachstum grün und überschaubar ländlich geblieben», findet er. So schätzt Vetter die guten Rahmenbedingungen, beispielsweise bei der familienergänzenden Kinderbetreuung. «Es spricht für die politische Kultur in Frauenfeld, dass diese Thematik über die Parteigrenzen hinweg diskutiert und vorangetrieben wurde», sagt der Familienvater.

Mit dem Glöckchen eingreifen

Seine Aufgabe als Ratspräsident sieht er denn auch in erster Linie darin, diese «Kultur des respektvollen Umgangs» zu bewahren. Als höchster Frauenfelder hält er sich an das ungeschriebene Gesetz und mischt sich nicht ins politische Tagesgeschäft ein. Vetter leitet die Sitzungen, fädelt bei schwierigen Vorlagen das Abstimmungsprozedere korrekt ein und ruft bei Bedarf mit dem präsidialen Glöcklein zur Ordnung, etwa wenn jemand die Redezeit von zehn Minuten überschreitet.

«Als Präsident muss ich mich noch besser auf die Sitzungen vorbereiten als bisher», weiss Vetter. Doch wird er nicht allein gelassen: Jost Kuoni, der Sekretär des Gemeinderates, steht ihm zur Seite.

Würde – und eine volle Agenda

Nebst der Bürde bringt das Amt auch Würde und einen vollen Terminkalender. «Ich freue mich auf die vielen Begegnungen an den unterschiedlichsten Anlässen». Das Kantonale Turnfest und das Open Air hat sich Vetter nebst anderen Terminen bereits in die Agenda eingetragen.

Im Amtsjahr dürfte es ihm schwerfallen, seinen Ansprüchen als GC-Supporter gerecht zu werden. «Ich bin mir natürlich bewusst, dass ich da Abstriche machen muss», räumt er ein. Für das eine oder andere Heim- oder Auswärtsspiel werde er dennoch Zeit finden.

Sein Club hat derzeit 26 Punkte auf dem Zähler. Ist der Rat vollzählig, so braucht Vetter 21 Stimmen für seine Wahl. Vielleicht gelingt es ihm, GC zu toppen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.