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Rat will Bioenergie bedacht fördern

Der Kanton muss ein Konzept für die Förderung der Bioenergie erarbeiten. Das entschied der Grosse Rat gestern. Das Konzept soll die Planungsunsicherheit in diesem Bereich beseitigen.
Martin Knoepfel
Josef Gemperle (Bild: Reto Martin)

Josef Gemperle (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Der Regierungsrat war bereit, den Antrag entgegenzunehmen. Alle Fraktionssprecher waren für die Überweisung aus. So passierte die Forderung von Josef Gemperle (CVP, Fischingen) vor stark gelichteten Reihen mit 112:0 Stimmen problemlos.

In einem Antrag hatte Gemperle gefordert, dass der Kanton ein Konzept für die Nutzung von Biomasse zur Energieproduktion (Strom, Wärme, Biogas) erarbeitet. Es geht unter anderem um Speisereste, Abfälle aus Küchen und aus der Lebensmittelindustrie, um Grüngut oder um Altholz. Zwar gebe es einige Biogasanlagen im Kanton, doch sei viel mehr möglich, beklagte Gemperle. Die Produktion von Strom, Wärme und Biogas ergänze die Thurgauer Energieversorgung. Es brauche aber jetzt ein Time-out.

Kritik an Bazenheider Firma

Cornelia Komposch (SP, Herdern) lobte den Kanton für die getroffenen Massnahmen. Sie verspricht sich vom Konzept, dass es die heutige Planungsunsicherheit beseitigt. Toni Kappeler (GP, Münchwilen) sieht im Konzept einen Schritt auf dem Weg zu einem energieautarken Kanton. Man müsse die Münchwiler Firma, die aus Schlachtabfällen Gas produziere, einbeziehen, denn sie habe im Gegensatz zur Konkurrenz in Bazenheid effiziente Anlagen. Fritz Rupp (EVP, Tobel) sieht ein hohes Potenzial in der Ostschweiz für die Energieproduktion aus Biomasse. Er kritisiert aber, dass ein Teil der Abfälle einwandfreie Lebensmittel sind.

Das geforderte Konzept hätte schon früher erstellt werden müssen, findet Ueli Oswald, (FDP, Berlingen). Es brauche eine Koordination über den Kanton hinaus mit den Nachbarregionen. Die Nachfrage nach Co-Substrat sei grösser als das Angebot, sagte Walter Strupler (SVP, Weinfelden). Strupler forderte höhere Preise für Strom aus Biogasanlagen in der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV).

Kritik an Berechnungen

Die Lieferzusagen für die in Weinfelden geplante Axpo-Kompogas-Anlage basierten auf nicht nachvollziehbaren Berechnungen, kritisierte Max Vögeli (FDP, Weinfelden). Urs Schneider (SVP, Amlikon-Bissegg) möchte, dass der Energiefonds das Bioenergie-Konzept bezahlt.

Regierungsrat Jakob Stark wies darauf hin, dass der Bund die Preise bei der KEV festlege. Der Kanton müsse entscheiden, ob er eventuell mehr zahle. Stark ist für einen Mittelweg von Plan- und Marktwirtschaft in der Bioenergie. Er fordert aber, dass jeder, der sich auf diesen Markt wagt, ein gewisses Risiko zu tragen bereit ist.

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