Raiffeisen Thurgau legt weiter zu

DIESSENHOFEN. Die Erfolgsgeschichte der Thurgauer Raiffeisenbanken schreibt sich fort. 2013 ist die Zahl der Genossenschafter auf 107 237 angewachsen. Die Bilanzsumme hat mit 10,99 Milliarden Franken fast die 11er-Marke erreicht.

Stefan Borkert
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Freuen sich über ein gutes Jahresergebnis (v. l.): Urs Schneider, Präsident Raiffeisen Thurgau; Cornelius Keller, Bankleiter Untersee-Rhein; Ralph Kepper, Ressort Öffentlichkeitsarbeit, und Hanspeter Weder, Präsident der Raiffeisenbank Untersee-Rhein. (Bild: Stefan Borkert)

Freuen sich über ein gutes Jahresergebnis (v. l.): Urs Schneider, Präsident Raiffeisen Thurgau; Cornelius Keller, Bankleiter Untersee-Rhein; Ralph Kepper, Ressort Öffentlichkeitsarbeit, und Hanspeter Weder, Präsident der Raiffeisenbank Untersee-Rhein. (Bild: Stefan Borkert)

Dieser Standort ist Programm. In Diessenhofen hat die Raiffeisenbank mit der Villa Rosenheim ein stilvolles Gebäude aus dem Jahr 1900 bezogen und gleichzeitig einen hochmodernen Anbau geschaffen. Traditionelle Werte und fortschrittliches Geschäftsmanagement sind zwei der Pfeiler, auf denen der Erfolg der Thurgauer Raiffeisenbanken beruht. Weitere sind «das Vertrauen und die Nähe zu den Kunden», wie der Präsident der Thurgauer Raiffeisenbanken, Urs Schneider, an der gestrigen Präsentation der Bilanz 2013 betont.

Keine Angst vor einer Blase

Der Löwenanteil des Geschäfts der Raiffeisenbanken sind Hypotheken. Angst davor, einer Immobilienblase zum Opfer zu fallen, hat Schneider dennoch nicht. Es seien Vorkehrungen getroffen worden. «Die Thurgauer Raiffeisenbanken übertreffen die geforderte Eigenkapitalquote der Finanzmarktaufsicht. Wir sind gut kapitalisiert. Und ausserdem kennen wir unsere Kunden in der Regel persönlich.» Ralph Kepper, Bankleiter der Raiffeisenbank Seerücken und zuständig für Sponsoring und Öffentlichkeitsarbeit, sagt, dass Raiffeisen letztes Jahr mehr Kredite abgelehnt habe als in den Jahren zuvor, weil sie den hausinternen Anforderungen nicht entsprochen hätten. «Wir rechnen mit einem langfristigen Hypozins von durchschnittlich 5 Prozent», sagt er. Derzeit liegen die Zinsen erheblich tiefer. Aber wie lange das tiefe Zinsniveau anhält, wisse man eben nicht.

Bilanzsumme gestiegen

Die Thurgauer Raiffeisenbanken blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die konsolidierte Bilanzsumme der Banken wuchs um 5,9 Prozent auf 10,99 Milliarden Franken. «Mittlerweile haben wir nun auch die magische 11-Milliardengrenze erreicht», sagt Urs Schneider. Die Ausleihungen haben ebenfalls zugenommen, und zwar um 6 Prozent auf 9,88 Mrd. Franken. Die Kundengelder stiegen um 5,5 Prozent auf 8,05 Mrd. Franken an. Der Zuwachs an Genossenschaftern hält ungebrochen an. Der Mitgliederbestand erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 107 237. Auch die Stimmung an den Kapital- und Finanzmärkten habe sich aufgehellt, so Ralph Kepper. Die Erträge im Kommissions- und Wertschriftengeschäft hätten um stolze 17,6 Prozent zugenommen.

Zinsniveau sinkt

«Aufgrund des weiterhin sehr tiefen Zinsniveaus erodieren die Margen im Zinsengeschäft weiter», sagt er. Dank des grossen Wachstums habe man einen um ein Prozent höheren Ertrag aus dem Zinsengeschäft erwirtschaften können.

Der Betriebsertrag sei mit 140 ,47 Millionen Franken hingegen sehr erfreulich und entspreche einer Steigerung von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch der Bruttogewinn ist von 61,8 Mio. auf 66,1 Mio. Franken gestiegen. Mit einer Zunahme von 5,5 Prozent an Kundengeldern wuchsen diese auf eine Summe von 8,05 Mrd. Franken an. Mit diesem Bestand an Kundengeldern könnten die Raiffeisenbanken durchschnittlich 81,50 Prozent ihrer Ausleihungen selbst finanzieren und seien dadurch nur bedingt auf die Kapitalmärkte angewiesen. Ralph Kepper fährt fort, dass der Trend zum Wohneigentum weiter anhalte. Bei den Hypothekarforderungen habe sich eine Steigerung von 6 Prozent auf 9,88 Mrd. Franken ergeben.

«Obschon die Thurgauer Raiffeisenbanken ein starkes Wachstum in den letzten Jahren hatten, konnte das Eigenkapital, auch nach den Vorgaben von Basel III im Rahmen der regulatorischen Vorschriften eingehalten werden.» Mit einer Quote von 14,9 Prozent (Vorjahr 14,6) werde die Vorgabe von 14,4 Prozent übertroffen.

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