Raiffeisen Aadorf knackt die 900-Millionen-Marke

AADORF. «Wir wurden auf dem falschen Fuss erwischt», sagt Peter Bühler. «Der Entscheid der Nationalbank, Mitte Januar Minuszinsen einzuführen, hat uns massiv im Zinsengeschäft getroffen.

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Peter Bühler Direktor Raiffeisen Aadorf (Bild: Olaf Kühne)

Peter Bühler Direktor Raiffeisen Aadorf (Bild: Olaf Kühne)

AADORF. «Wir wurden auf dem falschen Fuss erwischt», sagt Peter Bühler. «Der Entscheid der Nationalbank, Mitte Januar Minuszinsen einzuführen, hat uns massiv im Zinsengeschäft getroffen.» Der Direktor der Raiffeisen Aadorf legt in diesem Bereich mit dem Halbjahresabschluss seiner Genossenschaft denn auch rückläufige Zahlen vor. Fünf Prozent habe das Zinsgeschäft – der grösste Posten der Erfolgsrechnung – eingebüsst. Die notwendigen Zinsabsicherungskosten haben sich von den Grössenordnungen der Vorjahre, jeweils rund 300 000 Franken pro Semester, auf über 920 000 Franken im ersten Halbjahr 2015 mehr als verdreifacht.

Weiter hat der Bruttogewinn gegenüber dem Vorjahr rund acht Prozent eingebüsst, das sind 206 000 Franken weniger als per Juni letzten Jahres. Der Betriebsertrag ist gegenüber dem Rekordjahr 2014 um zwei Prozent gesunken.

Hypotheken wachsen weiter

Das war's dann aber auch schon mit negativen Zahlen. Ansonsten kann die Bank, die heuer ihr 100jähriges Bestehen feiert, in den meisten Bereichen ihren gewohnten Wachstumskurs fortsetzen.

Die Hypothekarausleihungen, das Kerngeschäft der Raiffeisenbank Aadorf, sind bereits im ersten Semester 2015 um 27 Millionen auf über 828 Millionen Franken angewachsen. «Das ist ein Anstieg von 3,4 Prozent alleine seit Ende 2014», freut sich Bühler. Die Bilanzsumme ist erstmals auf über 900 Millionen Franken, genau auf 925,5 Millionen angewachsen – ein Bilanzsummenanstieg von 3,8 Prozent oder 33 Millionen Franken. Das Eigenkapital der Genossenschaft ist auf 16 Millionen Franken angewachsen. Die Gesamtkapitalquote ist somit von 14,1 auf 17,1 Prozent gestiegen. «Das stärkt die Raiffeisenbank Aadorf substanziell und nachhaltig», so Bühler.

300 000 Franken Steuern

Per 30. Juni verzeichnete die Genossenschaft 8697 Mitglieder; 230 mehr als per Ende 2014. «Dies zeigt, wie viel Vertrauen die örtliche Dorfbank in der lokalen Bevölkerung geniesst», sagt Bühler. «Dieses Vertrauen wollen wir auch in Zukunft mit solidem Banking aufrechterhalten oder gar noch vertiefen.»

Nicht zuletzt profitiere auch der Fiskus vom anhaltenden Erfolg der Bank, so der Bankdirektor weiter. Für das erste Halbjahr habe die Raiffeisengenossenschaft Aadorf Rückstellungen für Steuern von 300 000 Franken gemacht. (red./kuo)