Quartiervereine dürfen mitreden

Die Jahresversammlung des Quartiervereins Erzenholz geht zügig über die Bühne. Als Gast präsentiert Stadtammann Carlo Parolari den Fahrplan für die Stadtentwicklung.

Markus Zahnd
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Der Frauenfelder Stadtammann Carlo Parolari spricht im Erzenholz über die Schlüsselprojekte der Stadt. (Bild: Donato Caspari)

Der Frauenfelder Stadtammann Carlo Parolari spricht im Erzenholz über die Schlüsselprojekte der Stadt. (Bild: Donato Caspari)

FRAUENFELD. Auch im Frauenfelder Westen gab es im vergangenen Jahr Probleme mit dem Bus. Allerdings nicht mit dem Stadtbus, denn «da kann uns die Stadt gar nichts wegnehmen», sagte Reto Brunschweiler an der Jahresversammlung des Quartiervereins Erzenholz-Horgenbach-Osterhalden am Samstagabend. Der Präsident sprach vielmehr den Entscheid der Postauto AG an. Diese hatte entschieden, dass der Abendbus zuerst die umliegenden Dörfer anfährt, und das westlichste Frauenfelder Quartier erst am Rückweg bedient. «So dauerte die Fahrt vom Bahnhof bis zu uns über vierzig Minuten. Aber mittlerweile wurde das wieder geändert», so Brunschweiler.

Carlo Parolari nahm den Faden an der Versammlung gerne auf. Schon fast erleichtert stellte der Stadtammann fest, dass das Verhältnis zum Quartierverein sehr gut sei. Denn für den Entscheid betreffend Abendbus könne die Stadt wirklich nichts, so Parolari. Und immerhin machte er den anwesenden Vertretern der anderen Quartiervereine Mut: «Wir sind daran, die Probleme mit dem Stadtbus zu lösen. Ende April wollen wir ein Konzept in die Vernehmlassung schicken.» In dieser Vernehmlassung seien auch die Quartiervereine gefordert, sagte Parolari. Diese sollen sich einbringen, um eine gute Lösung zu finden.

«Beteiligen Sie sich»

Parolari forderte die rund 50 Anwesenden aber auch in anderen Zusammenhängen auf, sich aktiv zu beteiligen. So ist im Sommer 2014 wieder einmal ein Stadtfest geplant, und die Quartiervereine seien eingeladen, sich mit einer Beiz oder ähnlichem zu beteiligen. Um die aktive Beteiligung bat Parolari aber vor allem auch hinsichtlich der Stadtentwicklung. Der Stadtrat mache sich derzeit intensiv Gedanken über die Zukunft. Ende 2014 soll die Bevölkerung in einer Grundsatzabstimmung darüber befinden, wie sich die Stadt entwickeln soll, verriet Parolari im Erzenholz. Bis dahin würden auch die Meinungen der Bewohner eingeholt, teils mit repräsentativen Umfragen.

Dabei gibt es laut Parolari drei Schlüsselprojekte: Der Bahnhof Plus, die Aufwertung der Innenstadt sowie die Stadtentlastung. So wird voraussichtlich im Jahr 2018 die Stadtkaserne frei. Das sei städtebaulich eine riesige Chance, aber auch eine Gefahr, sagte Parolari. Betreffend Innenstadt macht sich der Stadtrat derzeit Gedanken, wie diese im Zeithorizont von rund 20 Jahren aussehen soll. Daran schliesst auch das dritte Projekt an. «Schliesslich wird die Qualität der Innenstadt auch besser, wenn ein Teil des Verkehrs nicht mehr durch die Stadt muss», so Parolari.

Gewinn trotz neuer Fahnen

Ehe der Stadtammann über die Arbeit der Exekutive berichtete, arbeiteten die Anwesenden die Traktanden zügig durch. Brunschweiler sprach von einem gelungenen Vereinsjahr mit diversen Anlässen. Kassier Walter Zangger konnte zudem einen Gewinn von 960 Franken verkünden, obwohl sich der Quartierverein neue Fahnen anschaffen musste.

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