Quartett im liberalen Geist

MAMMERN. Vier erstmals für den Nationalrat Kandidierende der Regierungsparteien stellten sich am Dienstagabend in Mammern vor. Zwei FDP-Ortsparteien machten es möglich.

Margrith Pfister-Kübler
Merken
Drucken
Teilen
Wollen als Nationalrats-Neulinge nach Bern: v. l. Hansjörg Brunner, Diana Gutjahr, Moderator Ueli Oswald, Marianne Sax und Josef Gemperli. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Wollen als Nationalrats-Neulinge nach Bern: v. l. Hansjörg Brunner, Diana Gutjahr, Moderator Ueli Oswald, Marianne Sax und Josef Gemperli. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Parteienmix am Podium, nicht aber im Publikum. Knapp 30 Leute waren der Einladung von FDP Mammern und FDP Steckborn gefolgt. Sie kamen in den «Hecht» von Mammern, um zu erfahren, wofür die erstmals für den Nationalrat Kandidierenden stehen. Gewählt wird am 18. Oktober.

Das Gespräch leitete der FDP-Kantonsrat Ueli Oswald aus Berlingen. Als Gentleman stellte er zuerst die Frauen vor: Die 31jährige Diana Gutjahr (SVP) ist Betriebswirtschafterin und Unternehmerin aus Amriswil. Die 51jährige Marianne Sax (SP) engagiert sich als Buchhändlerin in Frauenfeld. Auch der 55jährige Josef Gemperle (CVP), Landwirt aus Fischingen, kandidiert für den Nationalrat; ebenso der 48jährige Hansjörg Brunner (FDP), ein Druckereiunternehmer aus Wallenwil.

Alle bringen reiche kantonal-, lokalpolitische und unternehmerische Erfahrung mit, unermüdlich im Einsatz zur Verbesserung der Lebensbedingungen.

SP-Frau fürs Gewerbe

Als SP-Frau etwas ungewöhnlich sei es, sich für das Gewerbe zu positionieren, sagte Marianne Sax. Aber sie sei als Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verlegerverbandes prädestiniert, in Bern das Gewerbe zu stärken – mit sozialdemokratischem Gewissen. Es sei an der Zeit, dass ein CVP-Landwirt nach Bern gewählt werde, sagte Josef Gemperle, der sich für Energieeffizienz und Kulturland-Initiative stark macht. «290 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche haben wir 2014 verloren. Das ist eine Fehlentwicklung.» Unternehmer Hansjörg Brunner und Diana Gutjahr sehen als wichtiges Ziel die Bewahrung der Arbeitsplätze an sowie gute Strukturen für den Standort Thurgau und Sicherung von guten Berufsleuten durch ein optimales Ausbildungssystem. Brunner: «Ich wehre mich gegen Kontingente. Durch den administrativen Aufwand werden wir Gewerbler unter die Räder kommen.» Der Weggang von guten Berufsleuten aus dem Thurgau Richtung Zürich müsste laut Gutjahr gestoppt werden.

Steigen die Arbeitslosenzahlen?

Die Auswirkungen der Aufhebung des Franken-Mindestkurses stufte Hansjörg Brunner als immer noch tragisch ein. Er zeigte sich überzeugt, dass ab Herbst die Arbeitslosenzahlen steigen. Marianne Sax: «Es gibt zu viele Frauen, die ein teures Studium absolvieren und dann Hausfrau werden.» Als Beispiel nannte sie Skandinavien, wo genügend Kindertagesstätten vorhanden sind, die Frauen deshalb berufstätig bleiben können.