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PRÜFUNG: Ambitionierte Eltern und Schüler: Kanti-Vorbereitungskurse sind gefragt

Nächste Woche finden im Thurgau die mündlichen Aufnahmeprüfungen für die Kantonsschulen statt. Die Vorbereitungskurse für diese wie auch für den schriftlichen Teil sind gefragt. Mehr Eltern als früher wollen, dass ihr Kind an die Kanti geht - auch wenn das Potenzial fehlt.
Marlen Hämmerli
In den Vorbereitungskursen wird auch der Stoff aus dem Prüfungsfach Mathematik repetiert. (Bild: (Stefan Schaufelberger))

In den Vorbereitungskursen wird auch der Stoff aus dem Prüfungsfach Mathematik repetiert. (Bild: (Stefan Schaufelberger))

Zitternde Hände und rasende Herzen: Die Aufnahmeprüfung ist eine Hürde auf dem Weg an die Thurgauer Kantonsschulen. Nach den schriftlichen Prüfungen Anfang März finden nun nächste Woche die mündlichen Tests statt. Diese Tage haben die Prüflinge erfahren, ob sie zu diesen anrücken müssen, bereits bei den schriftlichen Tests durchgefallen sind oder diese bestanden haben.

Die Hürde der Aufnahmeprüfung ist für manche Schülerinnen und Schüler höher als für andere. Deshalb gibt es Vorbereitungskurse und diese sind gefragter als auch schon: "Der Trend zeigt aufwärts", bestätigt Christian Frischknecht, Geschäftsleiter beim Impuls Nachhilfezentrum. Dieses bietet an zwölf Standorten in der gesamten Ostschweiz diverse Prüfungsvorbereitungskurse an. Zwischen den Kantonen gebe es bei der Nachfrage aber keine Unterschiede. Dafür seien zwischen den Städten Unterschiede spürbar: "In Arbon interessieren sich beispielsweise weniger Schüler für eine Mittelschule als in Wil", sagt Frischknecht.

Kinder sollen an Kanti, auch wenn sie das Potenzial nicht haben

Dass die Nachfrage nach externen Vorbereitungskursen steigt, führt Frischknecht auf mehrere Gründe zurück. "Unter anderem denken mehr Eltern und Schüler als früher, es sei nötig, eine Mittelschule zu besuchen. Auch wenn das Potenzial des Schülers nicht in diese Richtung zeigt."

Beim Kreuzlinger Sekundarschulzentrum Remisberg vertrete man deshalb die Haltung, den Schüler nicht um jeden Preis zu pushen, sagt Schulleiter Michael Kubli. In der Grenzstadt stammt jeder zweite Ausländer aus Deutschland. Dort sei es normal, das Abitur zu machen und danach eine Universität zu besuchen. "Diese Eltern kennen ein anderes System und wollen deshalb, dass ihr Kind an die Kanti geht. Auch wenn es die Anforderungen an einen Übertritt nach der 8. Klasse nicht erfüllt." In Kreuzlingen wird laut Kubli deshalb viel in die Aufklärung der Eltern über die verschiedenen Wege bis zur Matur oder das duale Bildungssystem investiert. "Jenen Schülern, die das Potenzial für die Kanti haben, wollen wir das aber natürlich ermöglichen. In der Regel bestehen sie die Prüfung dann auch."

Ähnlich tönt es in Arbon: "Wir haben eine gute Erfolgsquote", sagt Cyrill Keller, Schulleiter des Sekundarschulzentrums Rebenstrasse 25. Für die Vorbereitung drücken die Schüler an mehreren Nachmittagen zusätzlich die Schulbank. "Das Ziel ist, dass die richtigen Schüler bestehen", sagt Keller. "Sprich jene, die sich für ein Hochschulstudium eignen, selbständig lernen können und leistungsfähig sind." Die Erfahrungen seien gut. "Schüler, die sich seriös vorbereiten, bestehen die Aufnahmeprüfung auch."

Die Schüler gut vorzubereiten, bedeutet sie zu verlieren

Eine etwas andere Sicht auf die öffentlichen Vorbereitungskurse hat der Geschäftsleiter des Impuls Nachhilfezentrums: "Die Qualität der Programme ist sehr unterschiedlich. Denn eigentlich haben die Lehrpersonen unter Umständen gar kein Interesse daran, sich bei den Prüfungsvorbereitungen allzu stark zu engagieren." Konkret sei ihm ein Fall aus dem Thurgau bekannt. "Ein Lehrer bereitete seine Schüler so gut vor, dass ein Grossteil seiner zwei Klassen die Aufnahmeprüfung bestand, an die Kanti wechselte und die Klassen in der Folge zusammengelegt wurden."

Solchen Aussagen widersprechen die beiden Schulleiter Kubli und Keller. "Die Lehrer haben unbedingt ein Interesse daran, ihre Schüler zu fördern", sagt Keller. "Schliesslich ist es auch ein Leistungsausweis, wenn viele Schüler die Aufnahmeprüfung bestehen." In Arbon seien Klassenzusammenlegungen ausserdem selten. "Das kommt erst in Frage, wenn eine Klasse nur noch aus zwölf Schülern besteht. Aber selbst wenn: Einem Lehrer wurde deswegen noch nie gekündigt."

In Kreuzlingen ist laut Kubli seit seinem Wirken im Remisberg noch keine Klasse aufgelöst worden. Es komme deshalb vor, dass in einer 9. Klasse nur noch 13 Schüler sitzen. "Wir investieren in unsere Lehrpersonen, die wir spätestens in einem Jahr wieder brauchen."

Bestehen Sie die Aufnahmeprüfung ohne Vorbereitung? Machen Sie hier den Test.

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