Provisorium muss für WM reichen

Die unsichere Zeit für Willy Läderach ist vorerst vorbei. Anfang August gehen nun doch Motocross-WM-Rennen in Niederwil über die Bühne – mit temporärer Piste und Tribüne. Wo die Rennen ab 2017 stattfinden, ist noch offen.

Samuel Koch
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Willy Läderach OK-Chef Motocross-WM Schweiz (Bild: pd)

Willy Läderach OK-Chef Motocross-WM Schweiz (Bild: pd)

GACHNANG. Die Ungewissheit hat ein Ende. Die Rennen der Motocross-WM vom 6. und 7. August finden nun definitiv auf dem Gelände «Schweizer Zucker» in Niederwil statt. Zwar starten die weltweit besten Motocrossfahrer nur auf einer provisorischen Piste. Trotzdem zeigt sich OK-Chef Willy Läderach erleichtert: «Wir sind sehr zufrieden.»

Ohne Bewilligung im WM-Plan

Lange Zeit standen die WM-Rennen auf Gemeindegebiet von Gachnang und Frauenfeld auf wackligen Beinen. Denn das im September 2015 eingereichte Baugesuch für den rund 1,6 Kilometer langen Kurs hat das kantonale Amt für Umwelt abgelehnt. Auf dem landwirtschaftlichen Boden waren auch Zuschauertribünen geplant. Und auch die Gemeinde Gachnang hat das Gesuch abgewiesen (unsere Zeitung berichtete). «Wir haben die Entscheide akzeptiert», sagt Willy Läderach. Auch Anwohner haben ihre Bedenken beim 75jährigen OK-Chef deponiert. Willy Läderach reagierte. Er beruhigte die Anwohner, die wöchentlichen Lärm und Staub befürchteten. «Eine Trainingsstrecke war nie ein Thema», sagt er. Im Juli werde ein weiterer Infoanlass für die Anwohner stattfinden. Weil die Motocross-WM aber bereits angelaufen war, und die Rennen in Niederwil definitiv im WM-Kalender eingetragen waren, eilte eine Lösung.

Das OK um Willy Läderach reichte ein Gesuch für eine einmalige Veranstaltungsbewilligung ein, die es für die Rennen sowieso benötigt hätte. Der Plan sieht vor, auf dem Gelände eine provisorische Strecke aufzubauen, um die WM-Rennen durchzuführen. «Wir waren immer zuversichtlich, die WM-Rennen auf dem neuen Gelände durchzuführen», sagt Läderach. Diese Bewilligung sei im Frauenfelder Schollenholz bereits seit über 50 Jahren erteilt worden. Und auch wenn das Verfahren durch alle Gremien seine Zeit dauerte: Jetzt – gut zwei Monate vor den WM-Rennen – stehe der Durchführung in Frauenfeld nichts mehr im Weg.

Weltweite TV-Übertragung

Am WM-Wochenende erwarten Läderach und sein OK bis zu 20 000 Zuschauer rund um die provisorische Rennstrecke. «Die Rennen werden weltweit in über 60 Länder übertragen – auch SRF zeigt sie live.» Platz finden die Besucher auf 15 bis 20 temporären Tribünen. «Das Provisorium bauen wir ab Anfang Juli auf», sagt Läderach. Bisher seien schon einige tausend Tickets im Vorverkauf über den Ladentisch. Die WM-Rennen werden «eine der grössten Motorsportveranstaltungen, welche die Schweiz je gesehen hat». Über das Rennwochenende sind laut Läderach schon heute alle Hotels im Umkreis von 50 Kilometern ausgebucht.

Nachdem die weltbesten Motocrossfahrer in Frauenfeld um WM-Punkte gekämpft haben, wird der temporäre Parcours wieder abgebrochen. «Der Rückbau dauert etwa bis Ende August», sagt Läderach. Ab dann werde der Landbesitzer neun Zehntel seiner Fläche wieder bewirtschaften können. «Dann stehen nur noch kleinere Hügel und das Gras wächst wieder drüber», versichert Läderach.

Ziel ist langfristige Lösung

Was ab 2017 passiert, ist indes weiterhin offen. Läderach und sein OK beabsichtigen, die kantonalen Behörden doch noch für eine Baubewilligung für eine definitive Anlage «Schweizer Zucker» zu überzeugen. «Solange keine fixe Lösung vorliegt, bleibt das Schollenholz als alternative Rennstrecke bestehen», sagt Läderach. Denn er und sein OK haben sich vertraglich bis 2018 für die Austragung von WM-Rennen verpflichtet. Deshalb macht er sich weiter für den Motocross-Sport und eine definitive Baubewilligung stark. «Wir werden alle Beamten, Anwohner und Kritiker am Samstag des WM-Wochenendes einladen», sagt er. Danach schliesst er weitere Gespräche nicht aus. «Wir streben eine langfristige Lösung an, die allen gerecht wird.»

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