Produktion in Thurgau verlagern

HÖRHAUSEN. Die Beerli Holzwaren AG schliesst wegen des Eurokurses ihren Produktionsstandort im aargauischen Fischbach-Göslikon. Davon profitiert der Thurgau. Zu den neun Mitarbeitern in Hörhausen sollen 12 bis 15 weitere dazukommen.

Caspar Hesse
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Mitinhaber Martin Beerli in der Lagerhalle von Beerli-Holzwaren AG in Hörhausen. (Bild: Caspar Hesse)

Mitinhaber Martin Beerli in der Lagerhalle von Beerli-Holzwaren AG in Hörhausen. (Bild: Caspar Hesse)

Die jüngste Medienmitteilung der Firma Beerli Holzwaren ist für den Kanton Aargau keine positive. 23 Arbeitsplätze gehen in Fischbach-Göslikon im Aargauer Reusstal verloren. Schuld ist der Eurokurs, der dem Unternehmen seit drei Jahren zusetzt.

Die Beerli Holzwaren AG mit Sitz in Hörhausen ist heute der einzig verbliebene Stielwarenhersteller in der Schweiz, wie es in der Medienmitteilung heisst. Zwei Drittel ihrer Produkte gehen in den Export, sagt Mitinhaber Stephan Beerli gegenüber der «Aargauer Zeitung». Wegen des hohen Schweizer Frankens sei die Marge um 20 bis 25 Prozent eingebrochen.

Hauptsächlich Schweizer Markt

Heute arbeiten am Standort Hörhausen neun Mitarbeiter, im Aargau sind es 23 Angestellte. In Zukunft sollen in Hörhausen zusätzliche 12 bis 15 Arbeitsplätze entstehen. Wegen der verminderten Produktionsmenge fürs Auslandgeschäft haben sich die Inhaber, die Brüder Stephan und Martin Beerli, entschieden, mittelfristig die Produktion auf den Betrieb in Hörhausen auszurichten und dort hauptsächlich für den Schweizer Markt zu produzieren.

Aufgrund der Infrastruktur und der vorhandenen Grösse hat der Standort im Thurgau den Zuschlag erhalten, wie Stephan Beerli auf Anfrage sagt. Für die Kunden werde sich aber nichts ändern. Durch die geplante Neuausrichtung werde es aber leider nicht möglich sein, alle Arbeitsplätze zu erhalten.

Noch zwei bis drei Jahre

Den 23 Arbeitsplätzen, die im Aargau verloren gehen, stehen im Thurgau nur 12 bis 15 neue gegenüber. Für die bisherigen Angestellten ist der neue Arbeitsplatz relativ weit weg. Doch soll es wenigstens eine Übergangsfrist von zwei bis drei Jahren geben, bis der Aargauer Standort aufgehoben wird.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fischbach-Göslikon sucht die Firma nun nach einer optimalen Lösung für das Areal. Es ist geplant, im Sommer 2014 über eine Zonenplanänderung abstimmen zu können. Beerli hatte 2005 die Produktionsanlagen von der Firma Burkhalter Stiele AG in Fischbach-Göslikon übernommen und investierte in weitere Produktionsanlagen.

Die Beerli Holzwaren AG verarbeitet ausschliesslich Schweizer Holz der Holzarten Esche, Buche und Linde.