PROBLEMPFLANZE: Gut für Hummeln, schlecht für Bauern

Der «Zottige Klappertopf» ist auf Wiesen durchaus erwünscht. Tritt er aber zu gehäuft auf, dann haben die Landwirte ein Problem damit.

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So sieht er aus, der «Zottige Klappertopf». (Bild: PD)

So sieht er aus, der «Zottige Klappertopf». (Bild: PD)

Rhinanthus alectorolophus klingt kompliziert und sagt einem vermutlich herzlich wenig. Die deutsche Übersetzung «Zottiger Klappertopf» geht zwar leichter über die Lippen, ist aber auch nicht jedem ein Begriff. Es handelt sich hierbei um ein Sommerwurzgewächs, das auch gerne als Problempflanze bezeichnet wird. «Der ‹Zottige Klappertopf› ist im Thurgau vor allem auf extensiv genutzten Wiesen zu finden, also auf Wiesen, die nicht gedüngt werden», sagt Nina Moser von der Abteilung Natur und Landschaft beim Thurgauer Department für Bau und Umwelt.

Die Pflanzenart sei jetzt im Frühsommer in der Vollblüte. Mit dem Ausbleiben der Düngung und der späten Festlegung des ersten Schnitttermins am 15. Juni habe ihr Vorkommen in den letzten Jahren stark zugenommen. «In geringen Anteilen ist der ‹Zottige Klappertopf› durchaus erwünscht, weil er als Halbschmarotzer den Gräsern wichtige Nährstoffe nimmt», sagt Moser. So dränge er diese etwas zurück und werde somit zu einem Türöffner für eine höhere Artenvielfalt in den betroffenen Wiesen. Bei zu starkem Auftreten sei der Klappertopf allerdings pro­blematisch, weil er im frischen Zustand leicht giftig sei, die Gräser zu weit zurückdränge und somit durch seine Präsenz die Qualität des aus dem Gras gewonnenen Futters beeinträchtige.

Andererseits sei der Klappertopf eine hervorragende Futterpflanze für Hummeln, Honig­bienen und Schmetterlinge. «In dieser Hinsicht trifft der Titel ‹Problempflanze› nicht ganz zu.» Der Landwirt solle einfach ein Auge auf die Entwicklung des Klappertopfbestandes haben.

Beim «Zottigen Klappertopf» handle es sich um eine einjährige Pflanze, die auf die Versamung angewiesen sei. Durch eine Vorverlegung des ersten Schnitts um etwa einen Monat könne diese unterbunden werden, erklärt Nina Moser. Die gemähten Pflanzen müssten aber sofort abtransportiert werden. So dränge man den Klappertopf sehr effizient zurück, sodass er in den nächsten Jahren nur noch sehr vereinzelt auftreten sollte.

Florian Beer

florian.beer@thurgauerzeitung.ch

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