PREMIÈRE: Jetzt steckt mehr Thurgau drin

Die Thurgauer Ausgabe der «Ostschweiz am Sonntag» ist gestern zum ersten Mal erschienen. Rund 40 Politiker und Wirtschaftsvertreter erlebten den feierlichen Auftakt mit und erzählten, was für sie am Sonntag wichtig ist.

Ida Sandl (text) Donato Caspari (bilder)
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SVP-Kantonsrat Urs Martin, Thomas Gstöhl und seine Ehefrau, Regierungsrätin Carmen Haag.

SVP-Kantonsrat Urs Martin, Thomas Gstöhl und seine Ehefrau, Regierungsrätin Carmen Haag.

Ida Sandl (Text) Donato Caspari (Bilder)

redaktion

@thurgauerzeitung.ch

Erst joggt sie zehn Kilometer, dann liest sie Zeitung: So sieht das Sonntagsritual von CVP-Ständerätin Brigitte Häberli aus. Gestern war sie Gast beim Brunch der «Thurgauer Zeitung» im «Isebähnli» in Weinfelden. Um die 40 Politiker und Wirtschaftsvertreter waren da, um die erste Thurgauer Ausgabe der «Ostschweiz am Sonntag» zu feiern. Für TZ-Chefredaktor David Angst ist «ein Stück Thurgauer Mediengeschichte» geschrieben worden. Jürg Weber, seit mehr als zwei Jahren Leiter der NZZ-Regionalmedien, hat die Thurgauer Seele schon gleich zu Anfang gespürt. Per Brief hat ihm die Regierung mitgeteilt, wie wichtig ihr eine starke lokale und regionale Berichterstattung ist. Das Bekenntnis zum Kanton reicht aber nicht. Man mag die Thurgauer Sonntagszeitung nun gut oder schlecht finden. Pascal Hollenstein, der publizistische Leiter der NZZ-Regionalmedien und selbst Thurgauer, sagt mit einem Augenzwinkern: «Sie müssen sie einfach abonnieren.»

Manche mögen’s lieber ohne

Bei SP-Präsidentin Nina Schläfligibt es eine Chance. Bisher geniesse sie ihren Sonntag ohne Zeitung. Aber, sagt sie und lächelt: «Jetzt wird sich das vielleicht ändern.» Wenn die Zeitung am Sonntag so sei wie unter der Woche, sei sie zufrieden.

Nina Schläfli ist nicht die einzige Politikerin, die sich einen medienfreien Sonntag gönnt. SVP-Ständerat Roland Eberle ist «nicht so Sonntagszeitung-affin». Wenn etwas passiert sei, würden sich die Journalisten ohnehin melden. Bevor er ein Statement abgibt, nehme er sich dann die Zeit und mache sich zuerst kundig. Der Sonntag gehört der Familie, gilt im Hause des höchsten Thurgauers, Grossratspräsident Gallus Müller. Und Regierungsrätin Carmen Haaggeht sonntags auch nur ein bisschen online.

Dann gibt’s die anderen, für die zum Sonntag eine Zeitung gehört: CVP-Nationalrat Christian Lohr informiert sich elektronisch aus einer «relativ breiten Auswahl». Werner Fleischmann, Inhaber von Fleischmann Immobilien, liest die Zeitung am liebsten am Morgen, wenn der Rest der Familie noch schläft.

Zu den Morgenmenschen zählt auch SVP-Parteipräsident Ruedi Zbinden. Er geniesst es, wenn alles noch ruhig ist. Von der Thurgauer Sonntagszeitung wünscht er sich: «nicht nur Boulevard» und «es darf ruhig Positives drinstehen». Für Kreuzlingens Stadtpräsident Andreas Netzle gehört die Zeitung einfach zum Sonntag. Er erwartet jetzt vor allem starke regionale Themen. SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher widmet sich der Lektüre, gleich nachdem sie ihren Fruchtsaft gepresst hat. Sie würde am Sonntag gern mehr über die Arbeit der Thurgauer Bundesparlamentarier in Bern lesen. Frische Luft tanken, Zmorgen essen und dann die News: So sieht für SVP-Nationalrätin Verena Herzog der Sonntagmorgen aus. Den Nachrichtenüberblick verschafft sie sich elektronisch.

Bei SVP-Kantonsrat Urs Martin kommen momentan die Bilderbücher vor der Zeitung. Eine andere Reihenfolge würden Peter (2 Jahre) und Anna (6 Monate) nicht akzeptieren. Martin hat weniger Wünsche an den Inhalt als an die Auflage. «Ich hoffe, dass sie bei der Tages- und bei der Sonntagszeitung steigt.» Corina Milz von der Lidl Unternehmenskommunikation wohnt in Zürich, stammt aber aus Bissegg. Sie liest bisher vor allem die «NZZ am Sonntag», auf die Thurgauer Ausgabe sei sie aber gespannt.

Die Ehefrau liest zuerst den hintersten Bund

Für den Arboner Vizestadtpräsidenten Patrick Hugist die Sonntagszeitung eine Quelle der Inspiration. Er fühlt am liebsten die Papierausgabe in der Hand. Seine Frau und er kommen sich beim Lesen nicht in die Quere. «Sie fängt mit dem letzten Bund an, ich mit dem ersten.»