Preis für Isis

Der Thurgauer Heimatschutz würdigt die Verdienste des Industriearchäologen Hans-Peter Bärtschi für die schweizerische und thurgauische Industriekultur.

Mario Tosato
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Einsatz für den Heimatschutz: Hans-Peter Bärtschi und Uwe Moor. (Bild: tos)

Einsatz für den Heimatschutz: Hans-Peter Bärtschi und Uwe Moor. (Bild: tos)

Aadorf. «Gerade in der Zeit der wertlosen Papiere haben Reliquien, Gebäude, Maschinen aus den Industriezeitaltern der vergangenen Jahrhunderte eine besondere Bedeutung», stellte Uwe Moor, Präsident des Thurgauer Heimatschutzes, fest. Den Ort der Preisverleihung, den Sulzerhof in Aadorf, habe man bewusst gewählt, verlaufe doch die Kantonsgrenze durch dieses Industriedenkmal.

Der mit 5000 Franken dotierte Thurgauer Heimatschutzpreis 2009 gehe an die Informationsplattform für schützenswerte Industriekulturgüter der Schweiz (Isis). Der Thurgauer Heimatschutz würdige damit aber auch die grossen Verdienste des Projektleiters und anerkannten Industriearchäologen Hans-Peter Bärtschi für die schweizerische Industriekultur und unterstütze mit dem Preis das Projekt Isis Nordostschweiz. Bärtschi führt seit 1979 privatwirtschaftlich die Firma Arias-Industriekultur (Angaben zu nationalen und internationalen Tätigkeiten).

Projekte seit 30 Jahren

Uwe Moor stellte in seiner Laudatio fest, dass Hans-Peter Bärtschi und seine Mitarbeitenden in den vergangenen 30 Jahren an verschiedenen Projekten im Thurgau massgeblich mitgearbeitet haben. So 1980 «Industrielandschaften erhalten – Greuterhof in Werk/Archithese», 1988 das Wegkonzept Industrieachse Frauenfeld, 1990 der Greuterhof Islikon mit dem ehemaligen Denkmalpfleger Jürg Ganz. Es folgten weitere grosse Projekte im ganzen Kanton. 1993 sammelte Bärtschi 1 Mio. Franken für das Eisenwerk Frauenfeld. Weiter nannte Moor die Vereinsgründung Kraftwerk Schönenberg, die Erhaltung der Heizanlage 1846 Rotfarb Aadorf, Buch und Fest zur Bodenseebahn Romanshorn–Zürich (2005) und die Finanzberatung Lokorama Romanshorn (2006).

Chance über Grenze hinweg

«Ich bin froh, dass ich diese Auszeichnung noch zu Lebzeiten entgegennehmen darf», witzelte Bärtschi in Anspielung auf gesundheitliche Probleme, die er gut überstanden habe. Nach seiner Meinung zählt der Thurgau zu den Pionieren in Sachen Heimatschutz. Bärtschi freut sich, dass nach den Kantonen Bern und Zürich nun dank Isis die Industriedenkmäler-Inventare in verschiedenen Kantonen der Nordostschweiz nach einheitlichen Richtlinien festgelegt werden. So biete sich für die Industriekultur über die Kantonsgrenzen hinweg eine Chance.

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