Poststellenentscheid steht noch aus

Der gelbe Riese schliesst seine Filiale in der Gemeinde bald. An einem Informationsabend informierte er die Bewohner über alternative Lösungen, wie eine Agentur in der Coop-Filiale.

Frauenfeld@thurgauerzeitung.ch
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Das Detailhandelsunternehmen Coop übernimmt vielleicht die Funktion der Poststelle Matzingen, die bald geschlossen werden soll. Über dies wurde am Donnerstagabend unter rund 130 Anwesenden in der Turnhalle des Schulhauses Mühli lebhaft diskutiert. Zu dem Informationsanlass eingeladen hatte die Post. Der gelbe Riese will die jetzige Filiale schliessen und eine Postagentur im Coop betreiben. Ein definitiver Entscheid stehe noch aus. «Ändern können wir nichts», sagte Gemeindepräsident Walter Hugentobler. Die Post müsse mit der Zeit gehen. Vorteil einer Postagentur mit zentraler Lage seien längere Öffnungszeiten und der Einkauf unter einem Dach, erklärte die Post. Der Standort Coop werde ausserdem gestärkt.

Wichtig sei den Verantwortlichen, dass man eine gute Lösung für alle finde, sagte der Chef Zugangspunkte, Primus Hartmann. Schliesslich müsse man das Defizit um die Hälfte auf unter 100 Millionen Franken reduzieren. Wie an anderen Orten soll es auch in Matzingen künftig eine Agentur sein, die bekannt ist, als «Post im Dorfladen». Die Post stand dazu seit Monaten im Dialog mit der Gemeindebehörde. Die Post machte für ihre Reorganisation einmal mehr die schlechte Nachfrage nach Dienstleistungen geltend. «Die Nutzung der Poststelle liegt seit Jahren auf tiefem Niveau», sagte Marcel Stillhard, Leiter Verkaufsgebiet.

Offene Frage nach Schliessung der Filiale

Walter Hugentobler zeigte sich wenig erfreut über die Pläne des gelben Riesen. Der Gemeindepräsident stellte in Frage, warum genau die Filiale derjenigen Gemeinde geschlossen werde, die gerade ein grosses Wachstum erfährt. Grossisten überlegen sich, nach Matzingen zu ziehen. Den Zeitpunkt der Schliessung hinauszögern, geht nicht, sagte er weiter. Noch sei in der Gemeinde kein Entscheid gefallen, argumentierte Hartmann. Dass dieser bald komme, sei klar. Und dann gehe alles sehr rasch. Wenn alles entschieden und Verträge unterschrieben seien, brauche es eine kurze Vorbereitungszeit von nur drei Monaten. Dazu gehöre eine gute Schulung für die Coop-Mitarbeitenden. Bei der Frage aus dem Publikum nach den Angestellten der Matzinger Post kam als Antwort, man suche nach internen Anschlusslösungen.

Auch der Kauf von Bahnbilletten am Schalter war Thema einer längeren Diskussion. Dieses Angebot werde im Zeitalter der Digitalisierung sowieso verschwinden. Applaus gab es für das Votum, dass die Post bei ihrem Tun an die älteren Einwohner denken sollte und dass nicht alle Menschen digitalisiert unterwegs seien.

Die Post machte ausserdem auf das neue Angebot des Hausservice aufmerksam. Hier sind Ein- und Auszahlungen von Bargeld möglich. Grossversendungen können in den Agenturen abgewickelt und für Spezialsendungen ein Abholservice eingesetzt werden. Laufend sollen die Dienstleistungen der Post ausgebaut werden. Man spricht bis 2020 von einem Netz mit 4000 Zugangsmöglichkeiten.

Manuela Olgiati

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch