Positive Bewertung des Bahnhofs

Laut einer Studie des Beratungsbüros Infras ist der Erhalt der Bahnhaltestelle in Guntershausen sinnvoller als ein Busbetrieb nach Aadorf. Die Details der Studie präsentiert die IG Bahnhof Guntershausen an einem Infoabend.

Mario Testa
Drucken
Teilen
Freuen sich über die Studienresultate: Gallus Müller, Präsident IG Bahnhof Guntershausen, und Stefan Mühlemann, Gemeinderat von Aadorf. (Bild: Mario Testa)

Freuen sich über die Studienresultate: Gallus Müller, Präsident IG Bahnhof Guntershausen, und Stefan Mühlemann, Gemeinderat von Aadorf. (Bild: Mario Testa)

GUNTERSHAUSEN. In der Studie des unabhängigen Beratungsbüros Infras bekommt der Erhalt des Bahnhofs in Guntershausen mehr Punkte als die mögliche Alternative, eine neue Busverbindung zum Bahnhof Aadorf. «Bis vor kurzem waren viele Mutmassungen und Halbwahrheiten über die Zukunft des Bahnhofs Guntershausen im Umlauf. Nun haben wir Gewissheit, dass es sinnvoll ist, den Bahnhof zu erhalten», sagt Gallus Müller, Präsident der IG Bahnhof Guntershausen. «Für die IG ist das ein tolles Ergebnis – auch im Wissen, dass damit noch gar nichts entschieden ist.»

Als Partner anerkannt

Der Kanton Thurgau und die Gemeinde Aadorf als Auftraggeber der Studie haben diese der IG weitergeleitet, was Müller besonders freut. «Dass der Kanton uns Einblick in die Studie gewährt, ist toll – und gar nicht selbstverständlich», sagte er an der gestrigen Pressekonferenz. «Das zeigt mir, dass uns der Kanton als Partner für eine gute gemeinschaftliche Lösung anerkennt.»

Die Studie der Infras ist 27 Seiten dick. Sie wägt Kriterien wie die Angebotsqualiät, Standortattraktivität, Sicherheitsaspekte oder Umweltaspekte zwischen einer Bahn- und einer Busverbindung ab. «Was uns als Gemeinde interessiert, sind auch die betriebswirtschaftlichen Faktoren», sagt Stefan Mühlemann, Gemeinderat von Aadorf. «Und hier zeigt sich bei einer berechneten Amortisation über 35 Jahre, dass die Bahnverbindung günstiger kommt.»

Zeitdruck und Kosten kleiner

Zwischen 14 und 17 Millionen kostet ein Umbau des Bahnhofs Guntershausen, damit er den künftigen Anforderungen gewachsen ist und weiterbetrieben werden kann. «Im Vorfeld war immer von 18 bis 22 Millionen die Rede. Diese Zahlen widersprechen sich aber nicht. Die Kosten, die der SBB ohnehin anfallen, sind in der Studie einfach abgezogen – also der Rückbau des Bahnhofs und die Gleisverlegung –, die Kostenschätzung für den reinen Neubau liegt weiterhin bei bis zu 22 Millionen», erklärt Gallus Müller.

Laut Stefan Mühlemann hat sich die Situation um die drohende Schliessung des Bahnhofs (siehe Kasten) etwas entspannt. «Es ist wahrscheinlich, dass die SBB längere S-Bahn-Züge doch nicht schon auf den Fahrplanwechsel 2018 einführen. Aber zumal der Bahnhof bis spätestens 2023 ohnehin behindertengerecht saniert sein muss, werden wir auf alle Fälle weiterplanen.»

SBB berechnen genaue Kosten

Als nächstes werden die SBB bis in einem Jahr eine konkrete Kostenaufstellung für einen Neubau des Bahnhofs Guntershausen mit Aussenperrons machen. Stehen die Kosten fest, werden die SBB, der Kanton und die Gemeinde Aadorf untereinander die Verteilung der Kosten regeln müssen.