Polizei knipst TCS-Lichtkontrolle aus

FRAUENFELD. Die Thurgauer TCS-Sektion kann ihre Lichtkontrollen im Strassenverkehr nicht mehr durchführen. Die Kantonspolizei Thurgau stoppt die Zusammenarbeit mit dem Automobilclub. Während die Sicherheitsaktion in anderen Kantonen weiterläuft, endet im Thurgau eine Ära.

Silvan Meile
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Wie es sein muss: Beleuchtete Fahrzeuge in der Abenddämmerung. (Bild: Susann Basler)

Wie es sein muss: Beleuchtete Fahrzeuge in der Abenddämmerung. (Bild: Susann Basler)

Die Thurgauer Sektion des TCS brachte an einem Herbstabend jeweils Licht ins Dunkle. Zusammen mit der Kantonspolizei und Mechanikern von Autogaragen führten TCS-Gruppen zur Dämmerungszeit eigene Lichtkontrollen durch. Wo es an einem Fahrzeug einen Mangel an der Beleuchtung zu beanstanden gab – etwa ein defektes oder auf falscher Höhe eingestelltes Licht –, wurde er jeweils direkt vor Ort behoben.

Marco Vidale Präsident der Thurgauer Sektion des Touring Clubs Schweiz (TCS) (Bild: Nana do Carmo)

Marco Vidale Präsident der Thurgauer Sektion des Touring Clubs Schweiz (TCS) (Bild: Nana do Carmo)

Lichterlöschen für Kontrollen

«Die Autofahrer mussten jeweils nur das Material bezahlen», sagt Marco Vidale, Präsident der Thurgauer Sektion des Schweizer Touring Clubs. Seit 25 Jahren sei er nun beim TCS, immer hätten sie diese Aktion durchführen können. Umso enttäuschter ist Vidale nun, dass es in diesem Jahr für die sieben TCS-Sektionen im Thurgau keine Lichtkontrollen mehr geben kann. «Als wir im Frühling mit den Vorbereitungen der Lichtkontrollen für den nationalen Tag des Lichts vom 12. November starteten, teilte uns die Kantonspolizei mit, dass sie nicht mehr mitmache», sagt Vidale.

Denkzettel statt Sofortreparatur

Der negative Bescheid der Kantonspolizei bedeutet Lichterlöschen für die TCS-Lichtkontrollen. Auf eigene Faust kann sie der Club nicht durchführen. Denn um Fahrzeuge anhalten zu dürfen, braucht es die Beteiligung der Polizisten.

Die Kantonspolizei Thurgau begründet ihren Entscheid gegen den TCS damit, dass sie keine Organisation bevorzugen möchte, wie Kapo-Mediensprecher Daniel Metzler auf Anfrage mitteilt. Denn neben dem TCS hätten offenbar plötzlich auch andere Organisationen Interesse an solchen Aktionen. «Im Sinne der Gleichbehandlung berücksichtigen wir daher keine Organisation mehr bei einer solchen Aktion», sagt Metzler. Die Kantonspolizei Thurgau führe aber selber eigene Lichtkontrollen durch. «Dabei geben die Einsatzkräfte bei Mängeln sogenannte Beanstandungszettel ab, damit die Fahrzeuglenker die Lichter entweder selber oder in einer Garage ihrer Wahl reparieren lassen können», sagt Metzler. Bussen gäbe es bei einem so festgestellten Mangel an der Lichtanlage normalerweise keine. Wer aber einen solchen Denkzettel erhält, muss diesen an einem Polizeiposten vorbeibringen und dabei darlegen können, dass die Beanstandung am Fahrzeug unterdessen behoben wurde.

In St. Gallen bleibt die Aktion

Mit der Absage an den TCS beendet die Thurgauer Kantonspolizei ein Engagement, das in zahlreichen Kantonen weitergeführt wird. Im Kanton St. Gallen beispielsweise werden die Lichtkontrollen des TCS in Zusammenarbeit mit der Polizei auch dieses Jahr stattfinden, wie Phillipp Ronner, Geschäftsführer der St. Galler TCS Sektion, erklärt.