Polizei hat mehr Einbrecher gefasst

FRAUENFELD. Im Kanton Thurgau hat es 2014 zwei Prozent weniger Einbrüche gegeben als im Vorjahr. Zudem hat die Kantonspolizei fast doppelt so viele Einbrüche aufgeklärt als noch 2013. Grund dafür ist unter anderem die eingesetzte Task Force.

Michèle Vaterlaus
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Es gibt weniger Einbrüche im Thurgau. Im Jahr 2014 ist die Zahl um 2 Prozent gesunken. Dies, nachdem sie zuvor zwei Jahre hintereinander gestiegen war. In den Monaten von Oktober bis Dezember ging die Zahl sogar um 30 Prozent zurück. Und der Erfolg geht weiter: In den ersten acht Monaten des Jahres 2015 gab es noch 598 Einbrüche, das sind 25 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum im Vorjahr. Während die Zahl der Einbrüche sinkt, steigt gleichzeitig die Aufklärungsquote. Sie hat sich von 14,8 Prozent im Jahr 2013 auf 27,8 Prozent im Jahr 2014 fast verdoppelt. Diese Daten der Kriminalstatistik hat der Thurgauer Regierungsrat in der Beantwortung einer Einfachen Anfrage von SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen (Arbon) veröffentlicht. In seinem Vorstoss kritisierte dieser die Kommunikation der Kantonspolizei. Denn sie hatte im Sommer nicht aktiv über fünf Einbrüche in Arbon informiert, sondern erst auf Anfrage der Thurgauer Zeitung.

Task Force eingesetzt

Der Regierungsrat schreibt, dass die Kantonspolizei aktiv, offen, umfassend und aktuell informiert. Dies natürlich im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten. Sie begründet die unterlassene Information damit, dass die Polizei die fünf Einschleichdiebstähle in Arbon als Einzelfälle behandelt hat, da kein Zusammenhang unter ihnen hergestellt werden konnte. Zudem erfüllten die Einbrüche keine der gängigen Kriterien für eine Medieninformation wie beispielsweise ein Verdacht auf Serie. Von einer Häufung – bei fünf Einbrüchen in zwei Monaten – könne zudem nicht die Rede sein.

Dass die Regierung in ihrer Antwort die Zahlen der Einbruchstatistik nennt, hat damit zu tun, dass Vonlanthen nicht nur Informationen über die Arbeit der Medienabteilung der Kantonspolizei haben wollte. Er wollte auch wissen, wie die Arbeit der Polizei gewirkt hat, nachdem sie sich 2014 schwerpunktmässig mit der Bekämpfung von Einbrüchen auseinandergesetzt hat. Die Polizei hat eine Task Force «Einbruchdiebstahl» eingesetzt. Diese befasst sich mit Einbruchserien über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus.

Aktivere Information gewünscht

«Die Antwort ist sorgfältig ausgearbeitet und aussagekräftig», sagt Vonlanthen. Er sei überzeugt, dass die Medienabteilung der Kantonspolizei gute Arbeit leiste. Sie sei mit 330 Stellenprozenten auch ausreichend dotiert. Trotzdem stellt er die Informationspraxis in Frage: «Ich habe das Gefühl, dass sehr selektiv informiert wird.» Aus der regierungsrätlichen Antwort werde zudem nicht klar, wer entscheide, welche Vorfälle kommuniziert werden und welche nicht. Vonlanthen wünscht sich im Sinne der Prävention mehr Information von der Polizei: «Man weiss ja beispielsweise, dass die Polizei viele Tempokontrollen macht. Sie könnte jeweils zusammenfassend mitteilen, wie viele Autofahrer zu schnell unterwegs waren. Das sensibilisiert die Bevölkerung.» Ebenso sieht er es bei Einbrüchen: Die Kommunikation sensibilisiert. Eine aktivere Informationspolitik wünscht sich Vonlanthen auch bei Ereignissen, wie dem Todesfall eines Schwimmers am Arboner Waschplatz. Die Regierung schreibt zwar, dass dies ein natürlicher Tod war und die Polizei in solchen Fällen nie informiere. Vonlanthen meint aber: «In diesem Fall hat der Todesfall Aufsehen erregt, weil die Polizei vor Ort war. Die ganze Stadt hat darüber geredet. Mit Informationen können Gerüchte verhindert werden.»