Politisch Herdern rechnet mit Defizit

Gemeindepräsident Ulrich Marti musste an der Budgetversammlung der Politischen Gemeinde Herdern ein Minus von knapp 184 000 Franken für das kommende Jahr präsentieren. Der Gemeinderat will diesen Verlust mit dem Eigenkapital auffangen.

Marion Wehrli
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24 Stimmbürger hatten sich am Donnerstagabend zur Budgetversammlung eingefunden. (Bild: Mathias Frei)

24 Stimmbürger hatten sich am Donnerstagabend zur Budgetversammlung eingefunden. (Bild: Mathias Frei)

HERDERN. 24 Stimmberechtigte fanden am Donnerstagabend den Weg zur Budgetgemeindeversammlung von Politisch-Herdern. Ganz zur Freude von Gemeindepräsident Ulrich Marti. «Ich freue mich sehr, hier so viele Gesichter zu sehen, obwohl diese Woche bereits die Schul-Budgetversammlung stattgefunden hat», sagte Marti. «Das zeigt das grosse Interesse an der Gemeinde.» Trotzdem musste er den Bürgern ein Budget mit roten Zahlen präsentieren.

Gründe für das Minus

So weist der Voranschlag bei einem Ertrag von 3,29 Millionen Franken ein Minus von knapp 184 000 Franken auf. Laut Marti kam dieses Ergebnis durch die Umstellung auf das neue Rechnungsmodell HRM2 zustande. Schuld seien aber auch die höheren Gesundheitsbeiträge und der gestiegene Gemeindebeitrag an den Kanton betreffend ÖV-Infrastruktur. Ausserdem wird in der Gemeindeverwaltung ein zusätzliches Pensum von 20 Prozent geschaffen, was weitere Kosten verursachen wird. «Die Stellenbesetzung ist jedoch dringend notwendig, da unsere Mitarbeiter sonst überlastet sind», sagte Marti.

Während der Zeit, in der man auf das neue Rechnungsmodell umstellt, wird dieses Pensum vorübergehend auf 40 Prozent erhöht. Das Minus im Budget wird die Gemeinde durch ihr Eigenkapital auffangen. So sei der Verlust abzufedern.

Steuerfuss bleibt gleich

«Sobald die finanzielle Lage gegeben ist, wird der Steuerfuss gesenkt werden», sagte Marti. Vorerst sei dies jedoch nicht möglich, da grosse Infrastrukturprojekte, etwa die Sanierung der Spottenbergstrasse, anstehen.

Zudem möchte die Gemeinde die Schulden, welche momentan vier Millionen betragen, längerfristig abbauen. So wird der Steuerfuss bei 63 Prozent beibehalten. «Damit sind wir immer noch im Mittelfeld sämtlicher Thurgauer Gemeinden», sagte Marti. Das sahen auch die Stimmberechtigten. Sie nahmen den Vorschlag, den Steuerfuss zu belassen, einstimmig an.

Ein neuer Bürger

Ein weiterer Punkt auf der Traktandenliste war die Einbürgerung von Stephan Linnenberg. Der gebürtige Dortmunder lebt seit knapp 30 Jahren in der Schweiz und ist 2006 nach Lanzenneunforn gezogen. Nach einer kurzen Vorstellung erhielt er in einer geheimen Abstimmung von einer klaren Mehrheit der Stimmbürger das Gemeindebürgerrecht zugesprochen.