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POLITIK: SVP hat die Berufsbildung im Fokus

Die SVP Thurgau will die duale Berufsbildung stärken. Doch die Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill sieht in diesem Bereich Gefahren – zunehmende Komplexität etwa. Sie und ihre Parteikollegen pochen auf mehr Einfachheit.
Sebastian Keller
Vertreterinnen und Vertreter der SVP Thurgau in einer Werkhalle der Ernst Fischer AG in Romanshorn: Nationalrat Markus Hausammann, Nationalrätin Diana Gutjahr, Bildungsdirektorin Monika Knill und Kantonalpräsident Ruedi Zbinden. (Bild: Reto Martin)

Vertreterinnen und Vertreter der SVP Thurgau in einer Werkhalle der Ernst Fischer AG in Romanshorn: Nationalrat Markus Hausammann, Nationalrätin Diana Gutjahr, Bildungsdirektorin Monika Knill und Kantonalpräsident Ruedi Zbinden. (Bild: Reto Martin)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Der Ort passte zum Thema. Die SVP Thurgau lud zur Neujahresmedienkonferenz in die Romanshorner Ernst Fischer AG. Hauptthema: Berufsbildung. Im Stahl- und Metallbauunternehmen lernen 13 junge Menschen einen Beruf, Metallbaukonstrukteurin etwa oder Metallbauer. Passend auch die Teilnehmer: Alle hatten sie einst eine Berufslehre absolviert. SVP-Bildungsdirektorin Monika Knill sprach über die Zukunft der Lehre. Unter dem Titel «Berufsbildung 2030» haben Bund, Kanton und Berufsverbände eine Vision verabschiedet. «Ich bin einverstanden, dass man eine Neujustierung macht», sagte Knill. Doch sie sieht eine Gefahr in der zunehmenden Komplexität. Aus ihrer Sicht wäre ein «Wille zur Einfachheit» angezeigt. Auch die Digitalisierung verändere die Berufsbilder. «Doch wir wissen noch zu wenig, was man wo und wie schnell verändern muss.» Klar sei, dass die Digitalisierung mehr sei, als den «Arbeitsrapport von der Papierversion aufs Tablet zu übertragen.»

Betriebe kämpfen mit höheren Anforderungen

Diana Gutjahr, SVP-Nationalrätin und Mitinhaberin der Ernst Fischer AG, unterstrich die Bedeutung der dualen Berufsbildung. «75 Prozent aller Schulabgänger in der Ostschweiz entscheiden sich für eine Berufslehre.» Doch sie sieht im System gewisse Probleme. «Die Anforderungen an die Schulen und vor allem an die Betriebe wurden massiv erhöht.» Aus ihrer Sicht wäre es anzustreben, nicht immer neue Berufsbilder zu schaffen. «Sondern auf der heutigen Basis weiterzuarbeiten.» Ihr Nationalratskollege Markus Hausammann sieht an einer anderen Front dunkle Wolken aufziehen. «Die bundesrätliche Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik droht Lernenden im Berufsfeld Landwirtschaft die Perspektive zu rauben.» Sie gefährde auch die Existenz von Bauerfamilien. Ein Dorn im Auge ist ihm vor allem die Grenzöffnung. Ein gewisser Grenzschutz sei essenziell für die einheimische Produktion, wie Hausammann betonte.

SVP-Kantonalpräsident Ruedi Zbinden bezeichnete die Berufsbildung als «Treibstoff der Wirtschaft». Und für die Förderung der Berufsbildung setze sich seine Partei ein. Dem gelernten Schreiner Zbinden ist es ein Anliegen, das Ansehen handwerklicher Berufe in der Gesellschaft zu verbessern. Zuletzt kam Zbinden, auf die Frauen in der Politik zu sprechen. «In der SVP haben Frauen eine Chance.» Als Beispiele konnte er auf Nationalrätin Diana Gutjahr und Bildungsdirektorin Monika Knill verweisen.

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