POLITIK: SVP befürwortet Erweiterungsbau

Die Delegierten der SVP Thurgau fassen mit deutlicher Mehrheit die Ja-Parole für den Erweiterungsbau der PHTG. Der Initiative für ein Öffentlichkeitsprinzip im Thurgau verweigern sie hingegen ihre Unterstützung.

Sebastian Keller
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Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Mehrzweckhalle Thundorf, liebliche Herbstdekoration, «Möhl ohne» auf den Tischen. 120 Stimmberechtigte der SVP singen «O Thurgau, du Heimat...». Es ist angerichtet für die Delegiertenversammlung der Kantonalpartei. Ein Haupttraktandum: Die Parolenfassung zum Kredit für den Erweiterungsbau der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Es geht um 26,8 Millionen Franken. SVP-Erziehungsdirektorin Monika Knill erläutert die Vorlage, wirbt sanft dafür. «Unsere einzige Hochschule im Thurgau braucht Platz», sagt sie. Der Erweiterungsbau löse heutige Provisorien und Mietlösungen ab. Der neue Bau füge sich optimal in den Campus Kreuzlingen ein. Zudem sei er notwendig, weil der Thurgau auch in Zukunft auf eigene Lehrkräfte angewiesen sei. Dafür gibt es Vorboten: Von den rund 4000 Lehrpersonen im Kanton würden in den nächsten 15 Jahren ein Drittel pensioniert. «Der Neubau ist kein Luxus, sondern solide Notwendigkeit.»

Gegner und Befürworter aus den eigenen Reihen

Das sieht auch Andreas Wirth so, SVP-Kantonsrat und Co-Präsident des Befürworterkomitees. «Die PH ist gewachsen, von 350 auf 800 Studierende.» Der Platzbedarf sei deshalb ausgewiesen. Im neuen Gebäude soll das bildnerische Gestalten, die Informatik und die Hauswirtschaft stattfinden. «Solche Räume kann man nicht einfach zumieten», sagt Wirth. Das merke er aktuell in Frauenfeld, wo er als Schulpräsident amtet. Andrea Vonlanthen, Arboner SVP-Kantonsrat, sitzt im Komitee der Gegner. Aus seiner Sicht fehlt eine Strategie. «Der Erweiterungsbau ist nicht erweiterbar», sagt er. Und dies, obschon künftig noch mehr Lehrer als heute gebraucht würden. Einen weiteren Knackpunkt sieht er bei den Parkplätzen. «Das Parkplatzangebot ist für die Grösse der Schule zu gering.» In der Diskussion meldet sich nur eine Handvoll Delegierter zu Wort. Die Voten sind kritisch, mit Applaus beschenkt. Und dann – nach einem Schluck «Möhl ohne» –schnellen die Stimmkarten in die Höhe. Die SVP-Regierungsrätin ist zufrieden: 89 Delegierte sprechen sich für, 29 gegen den Erweiterungsbau aus.

Ruedi Zbinden, Präsident der SVP Thurgau, ruft im Rahmen der DV zu einer Schweigeminute auf. Die Delegierten gedenken ihres verstorbenen Parteikollegen Peter Kummer aus Amriswil. Verdankt wird das Engagement des Frauenfelders Werner Dickenmann, der verschiedene Ämter innehatte. Er erhält ein «klares Wässerchen» – mit.