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POLITIK: Nur ein Amt schliesst er nicht aus

Obwohl ihm viele das Amt zutrauen: Als Bundesrat sieht sich Peter Spuhler nicht. Was er sich – wenn überhaupt – überlegen würde, wäre die Kandidatur für den Ständerat. Wenn ihn die Partei denn anfragen würde.
Sebastian Keller
Peter Spuhler hatte gestern einen Interviewmarathon zu absolvieren. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Peter Spuhler hatte gestern einen Interviewmarathon zu absolvieren. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Peter Spuhler ist ein gefragter Mann. Als sich gestern die Nachricht verbreitete, dass er die operative Leitung von Stadler Rail Ende Jahr abgeben wird, kursierten in den sozialen Medien bereits Jobofferten: Als Nachfolger von Ueli Maurer als SVP-Bundesrat wurde er ins Spiel gebracht, auch das Amt des Ständerates wurde ihm empfohlen. Das überrascht zwar nicht: Gibt es im Bundesrat eine Vakanz, hallt schon fast wie bei einem Echo der Name des Thurgauer Unternehmers zurück. Gestern wurde zwar keine Vakanz bekannt, aber in Bern ein neuer Bundesrat gewählt. «Das war Zufall», sagte Peter Spuhler.

«Bundesrat war nie ein Ziel von mir»

Am Nachmittag empfing Peter Spuhler in der Werkhalle in Bussnang Journalisten. Zwischen Zügen in Produktion befragten sie ihn zur Zukunft seines Unternehmens, aber auch zu politischen Ambitionen. Fernsehen, Radios, Zeitungen, Onlinemedien – alle waren da. Zu den Bundesratsambitionen sagte er in jedes Mikrofon und jede Kamera: «Bundesrat war nie ein Ziel von mir und wird es nie werden.» Einen Bundesrat Spuhler werde es nie geben. Er sagte das so oft, dass es eine Überraschung wäre, wenn sich der 58-Jährige doch noch irgendwann zur Kandidatur entschliessen würde. Dass sein Name genannt werde, wertet er als Kompliment. «Es ist schon eine schöne Sache, wenn einem die Bevölkerung das höchste politische Amt zutraut», sagte er auf eine entsprechende Frage.

Auch eine Rückkehr in den Nationalrat, dem er zwischen 1999 und 2012 angehörte, schloss er aus. «Ich war gerne Nationalrat.» Die Kombination Unternehmer und Nationalrat habe ihm gefallen. «Auch wenn es zeitintensiv war.» Er habe aber immer gesagt, dass Politik zweit- rangig sei. «Ich bin Unternehmer, der sehr gerne Politik gemacht hat.» Er erachte es nach wie vor als wichtig, dass Unternehmer in der Politik vertreten sind. Das einzige politische Mandat, das er nicht gänzlich ausschliesst, ist jenes des Ständerates. Auch wenn er auf die Frage danach mit einer Aneinanderreihung von Hypothesen antwortete. «Es wäre das einzige Amt, das ich mir zumindest überlegen würde, wenn es eine Vakanz geben würde und mich die Partei anfragen würde.» Doch eine Vakanz gebe es derzeit nicht. «Wir haben einen Thurgauer SVP-Ständerat, Roland Eberle, und er macht einen super Job», sagte Spuhler. Eberle vertritt den Thurgau seit 2011 in der kleinen Kammer. Bei der Erneuerungswahl 2019 wäre er im Pensionsalter. Ob Eberle erneut kandidiert, hat er zumindest noch nicht öffentlich bekannt gegeben. Im Gegensatz zu seiner CVP-Ständeratskollegin Brigitte Häberli. Sie tritt 2019 wieder an.

Die SVP Thurgau hält sich bedeckt

Wie sieht das die SVP Thurgau? Kantonalpräsident Ruedi Zbinden findet auf Anfrage nur lobende Worte für Peter Spuhler. In die Karten bezüglich Personalplanung will er sich nicht blicken lassen. «Herr Spuhler wird immer wieder genannt als möglicher Ostschweizer Vertreter im Bundesrat.» Ob er dies wolle, müsse dieser aber selber entscheiden. «Herr Spuhler ist für viele Ämter ein Wunschkandidat», sagte der SVP-Präsident. Ob die Partei ihn bei einer allfälligen Vakanz als Ständeratskandidaten anfragen würde, liess Zbinden offen. Denn, wie es Spuhler bereits sagte: Die SVP Thurgau habe bereits einen Ständerat. «Wir freuen uns aber in jedem Fall, eine solche Persönlichkeit in unseren Reihen zu haben.» Seine Meinung habe, vor allem bei wirtschaftspolitischen Fragen, Gewicht. Und dieses Gewicht will Spuhler weiter nutzen. «Ich habe immer noch engen Kontakt zur Bundeshausfraktion», sagte er. Gerade in der Gestaltung zum Verhältnis mit der EU wolle er sich weiter einbringen.

Peter Spuhler, das machte er auch deutlich, konzentriert sich nicht auf das Präsidium von Stadler Rail, weil er mehr Freizeit benötigt. Ausschlaggebend sei die Nachfolgeregelung in der operativen Leitung gewesen. Die Freizeit-Frage müsste man ihm auch gar nicht stellen. Spuhler strotzt vor Energie, vor Tatendrang. Etwas mehr Sport will er treiben. «Mehr Skifahren vielleicht.» Und wieder aufs Eisfeld mit dem Schläger? «Wenn, dann eher im Stadion als Zuschauer», sagte der ehemalige Eishockeyspieler und lachte.

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