Politik kommt von der Strasse ab

WEINFELDEN. Für die Petition «Stop der Suisa-Gebühr auf Leerdatenträger» haben die Thurgauer Jungfreisinnigen innert kürzester Zeit 2700 Unterschriften gesammelt. Dafür mussten sie nicht einmal auf die Strasse gehen.

Marina Winder
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Für Initiativen wie jene für den Schutz vor Passivrauchen müssen die Unterschriften weiterhin auf der Strasse gesammelt werden. (Archivbild: sb)

Für Initiativen wie jene für den Schutz vor Passivrauchen müssen die Unterschriften weiterhin auf der Strasse gesammelt werden. (Archivbild: sb)

Nach 24 Stunden hatten die Thurgauer Jungfreisinnigen gegen 700 Unterschriften für die Petition «Stop der Suisa-Gebühr auf Leerdatenträger» gesammelt. Mittlerweile sind es bereits knapp 2700 Unterschriften, und die Jungfreisinnigen zweifeln nicht daran, bald 10 000 Unterschriften beisammen zu haben. Die vielen Unterschriften sind nicht etwa der Lohn für stundenlanges Ausharren in der Kälte, für mühselige Aufklärungsarbeit und beharrliche Jagd auf Passanten.

Die Thurgauer Jungfreisinnigen haben ganz einfach gemeinsam mit der Piratenpartei online Signaturen gesammelt. «Auf der Strasse hätten wir sicher nicht in dieser kurzen Zeit diese Menge erreicht», sagt Präsidentin Brenda Mäder.

Auf www.abgabenterror.ch können Unterschriften für die Petition eingegeben werden. Wer dies tut, erhält eine Mail zur Bestätigung der Unterschrift.

Den Link auf die Homepage der Petition haben die jungen Politiker hauptsächlich über Facebook und Twitter verbreitet, auch einen elektronischen Newsletter haben sie versandt. «Wir erreichen so ohne grossen Zeitaufwand und ohne finanzielle Mittel eine enorme Verbreitung», sagt Mäder. Das Vorgehen ist allerdings nur bei Petitionen möglich. Bei Initiativen müssen die Unterschriften immer noch original vorliegen.

«Wir werden aber sicher auch noch mit Unterschriftenbögen und Flyern auf die Strasse gehen», sagt Mäder. Denn im Internet würden eher jene erreicht, die das Problem schon kennen. «Auf der Strasse können wir mit den Menschen ins Gespräch kommen und Aufklärungsarbeit leisten.»

Bezüglich Einsatz neuer Medien haben die Jungparteien gegenüber alten Hasen in der Politik die Nase vorne. «Die älteren Politiker bitten uns diesbezüglich oft um Hilfe», bestätigt Mäder.

Bei der Jungen SVP ist man noch etwas zurückhaltend, was den Einsatz neuer Medien betrifft. «Für eine Petition haben wir noch nie online gesammelt», sagt Präsident Benjamin Kasper. Die JSVP sei aber im Facebook und neu auch bei Twitter vertreten. Kasper: «Die neuen Medien sind nützlich. Sie sollten aber nicht den Kontakt auf der Strasse ersetzen.»

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