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POLITIK: Gegenverkehr für die Fachstelle

Für das Konzept, wie der Langsamverkehr im Thurgau gefördert wird, sieht es gut aus. Knacknuss könnte die Fachstelle Langsamverkehr sein, weil sie einer Stellenaufstockung in der Kantonsverwaltung bedürfte.
Sebastian Keller
Eine Velofahrerin fährt in den Frauenfelder Postkreisel. (Bild: Andrea Stalder)

Eine Velofahrerin fährt in den Frauenfelder Postkreisel. (Bild: Andrea Stalder)

Sebastian Keller

sebastian.keller@thurgauerzeitung.ch

Die vorberatende Kommission stellt die Ampel für das Langsamverkehrskonzept Thurgau auf Grün. Zum Langsamverkehr zählen alle Arten der Fortbewegung, bei der die Muskelkraft eine wichtige Rolle spielt: Also etwa das Zufussgehen und das Velofahren. Nun empfiehlt die Kommission dem Grossen Rat ohne Gegenstimmen, das Konzept «im zustimmenden Sinne zur Kenntnis zu nehmen». Das geht aus dem gestern veröffentlichten Bericht hervor.

Trotz grundsätzlicher Zustimmung rollt eine Knacknuss an: die Fachstelle Langsamverkehr. Diese soll den im Konzept vorgeschlagenen Massnahmen zur Förderung des Fussgänger- und Veloverkehrs zum Erfolg verhelfen. Dafür würde im kantonalen Tiefbauamt voraussichtlich die mit 50 Prozent dotierte Fachstelle Wanderwege um 100 Stellenprozent zur Fachstelle Langsamverkehr aus- und umgebaut. Die Kommissionsmitglieder waren sich in dieser Frage aber uneinig: Es gab Beurteilungen von «absolut notwendig» bis «fraglich, ob es die Fachstelle überhaupt braucht». Sollte der Grosse Rat das Konzept abnicken – was sehr wahrscheinlich ist –, ist die Stelle aber noch nicht geschaffen. Denn: Die Finanzierung beschliesst der Grosse Rat erst im Rahmen des Budgets. «Das könnte zu reden geben», sagt Kommissionspräsident Toni Kappeler (GP, Münchwilen). Ein Vorgeschmack davon gab es bereits in der Kommissionssitzung. Einige Mitglieder würden eine etappierte Einführung begrüssen, heisst es im Bericht. Ausgehend von einem 50-Prozent-Pensum, könnte später aufgestockt werden. Kappeler und weitere Kommissionsmitglieder selber fänden eine 100-Prozent-Stelle «nicht überdotiert». Im Kanton St. Gallen zählt sie mit 160 Stellenprozent. Klar ist für den Kommissionspräsidenten: «Ohne eine verantwortliche Person im Kanton bleibt das Konzept ein Papiertiger», sagt Kappeler.

Dem E-Bike zu wenig Beachtung geschenkt

Die Kommissionsmitglieder sprechen Punkte an, die aus ihrer Sicht fehlen. So steht im Bericht, dass das stark wachsende Segment E-Bike zu wenig beachtet wurde. Toni Kappeler verweist darauf, dass diese Velos mit elektronischer Tretunterstützung andere Anforderungen haben. Das Potenzial sei ebenfalls vorhanden. Denn: Mit E-Bikes lassen sich weitere Distanzen auch im Alltag – also beispielsweise auf dem Weg zur Arbeit – zurücklegen. Gemäss Toni Kappeler habe der Kanton dies erkannt und werde das Konzept entsprechend ergänzen. «Vielleicht nicht mehr in diesem Jahr.»

«Das Oberziel und die Richtung war hingegen völlig unbestritten», sagt Kappeler. Dieses ist, den Langsamverkehr als dritte Säule – neben motorisiertem Individualverkehr und öffentlichem Verkehr – im Thurgau zu etablieren. Der Anteil des Langsamverkehrs am Gesamtverkehr soll erhöht werden. Dazu soll «ein dichtes, sicheres, hindernisfreies und durchgehendes Fuss- und Radwegnetz den Kanton durchziehen», heisst es im Konzept. Der Kommission ist wichtig, dass die Förderung des Langsamverkehrs nicht zu Lasten der anderen Verkehrsträger passiert. Augenmass bei der Umsetzung verlangt sie ebenfalls: So müsse die Förderung des Langsamverkehrs bezahlbar sein.

Toni Kappeler sagt, dass die Anstrengungen für den Langsamverkehr auch dem motorisierten Verkehr diene. «So sind die Strassen weniger verstopft und es hat mehr Parkplätze.»

Die entscheidende Sitzung kommt später

Wann das Konzept in den Grossen Rat kommt, ist noch nicht klar. Der Kommissionspräsident geht davon aus, dass es in den nächsten zwei, drei Sitzungen der Fall sein dürfte. «Sicher noch vor der Budgetsitzung.» Erst mit dem Budget wird beschlossen, ob die Ampel für die Fachstelle Langsamverkehr– und somit auch für das Konzept – definitiv auf Grün gestellt wird.

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