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PODIUM: «Politik gehört ins Bildungssystem»

Der Talk «Grenzgänger Wissenschaft» beschäftigte sich mit sozialer Ungleichheit und Bildung.
Mario Testa leitete den Diskurs zwischen Marius Busemeyer, Damian Miller und Helmut Weber. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Mario Testa leitete den Diskurs zwischen Marius Busemeyer, Damian Miller und Helmut Weber. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Priska Sieber, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Thurgau, wies bei der Begrüssung gleich darauf hin, welch wichtigen Beitrag dieser öffentliche Wissenschaft-Talk, der wechselnd in der Kreuzlinger Café-Bar Six und in Konstanz stattfindet, für die Demokratie hat. «Demokratie braucht Debatten», sagte Rektorin Sieber. Der Titel «Bildung und soziale Mobilität – zwischen Anspruch und Realität», hatte Magnetwirkung beim zahlreichen Publikum.

Unter der Moderation des Journalisten Mario Testa wurden die länderübergreifenden gesellschaftlichen Herausforderungen im Bildungsbereich durch die unterschiedlichen Blickwinkel verdeutlicht. Am Podium nahmen die Professoren Marius Busemeyer (Politikwissenschafter, Universität Konstanz), Damian Miller (forscht an der Pädagogischen Hochschule Thurgau zu öffentlicher Erziehung und Demokratie innerhalb der Bildungsstrukturen) und Helmut Weber (Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung,) teil.

«Heute engagieren sich auch viele Verlierer politisch»

«Bildung ist wichtig, um den Zugang zu einer gut bezahlten Beschäftigung zu bekommen», sagte Busemeyer. Zwar werde die Ungleichheit der Bildungschancen reduziert, sei aber stark abhängig von der sozialen Herkunft und vom Wohnort. Er stellte die Frage «Warum reagiert die Politik nicht?» und antwortete gleich selbst: «Das Thema ist politisch schwierig durchzusetzen.» Ökonomische Ungleichheit gehe einher mit politischer Ungleichheit, da müsse die Erziehung einen Schritt weiterdenken. «Wir lernen wenig, wie man sich als Bürger im Staat engagiert. Politik gehört ins Bildungssystem.»

Damian Miller von der PHTG blendete nicht ohne Stolz auf das Bildungssystem in der Schweiz. Auf Druck der Kirchen galt von Anfang die Schulpflicht für Mädchen und Buben. «Ohne historische Perspektive kann man unser System nicht verstehen. Es ist nicht kompliziert, sondern überkomplex», sagte Miller. Auch in der Schweiz spiele die Herkunft und die Vernetzung eine wichtige Rolle. «Steigt das politische Engagement mit der Bildung?», wollte Moderator Testa wissen. «Vor 30 Jahren ja, heute jein», so Miller und fügte an, dass es heute viele Verlierer in der Gesellschaft gebe, die sich politisch engagieren. «Die Schule widerspiegelt, was wir in der Gesellschaft haben.»

Helmut Weber blendete nach Asien, wo in Indonesien die Grundschule bezahlt werden muss. Oder in China, wo Eltern Land verkaufen, um ihren Kindern die Ausbildung zu finanzieren. Mit der Ausbildung sei es aber nicht getan, wenn es danach in die Arbeitslosigkeit gehe. Auch hier bestimme die soziale Herkunft die Bildungschancen. Mit Blick auf interkulturelle Kompetenzen sagte Weber: «Mit ist da klar geworden, wie wichtig Demokratie ist.» (kü)

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