Plakette fürs schnelle Handeln

Franz Hofer ist Bauer, Reiter und Pferdezüchter. Sein besonderes Interesse gilt Dingen, welche das alltägliche Leben verbessern. Nun hat er Plaketten entwickelt, die bei der Erstversorgung von Unfall oder Krankheit Signalwirkung haben.

Margrith Pfister-Kübler
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Die Botschaften auf Franz Hofers Plaketten sind klar und deutlich formuliert. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Die Botschaften auf Franz Hofers Plaketten sind klar und deutlich formuliert. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

NUSSBAUMEN. «Ich bin nicht einfach ein Weltverbesserer», sagt Franz Hofer. Aber er ist überzeugt, dass mit dem Tragen seiner Hals- oder Schlüsselanhänger mit der Aufschrift «Ich habe Patientenverfügung» oder «Ich bin Organspender» im Notfall wegweisend gehandelt werden kann. «Es macht nur Sinn, wenn man es schnell weiss.» Wichtig ist ihm vor allem, dass sofort klar ist, dass irgendwo bei den Ausweispapieren oder im Portemonnaie eine entsprechende Verfügung vorliegt. «Man sucht dann nicht umsonst und verliert wichtige Zeit, sondern man weiss sofort, hier muss man nachfragen.»

Die Sorge der Menschen gespürt

Das Leben hat den 66-Jährigen gelehrt, dass das Leben schnell an einem seidenen Faden hängen kann. Bei Gesprächen an Stammtischen oder bei Freunden spüre er immer wieder die Sorge der Menschen, wenn sich das Gespräch um Patientenverfügungen dreht. Verantwortung habe er bei sich gespürt, und so sei er auf diese naheliegende Variante gestossen. Wie im Film hat er sich Rettungsszenen vorgestellt und nichts konnte ihn mehr davon abbringen, seine Idee zu verwirklichen. Eine wichtige Rolle komme diesen Hals- oder Schlüsselanhängern zu, ist Hofer überzeugt: «Sieht man bei einem Verunfallten oder Patienten diesen Hals- oder Schlüsselanhänger, dann weiss man sofort mit Bestimmtheit: hier muss ein Ausweis vorhanden sein.» Existenziell wichtig sei dies, sagt Franz Hofer: «Ich bin ein alter Bauer und habe viele praktische Ideen und halte viel von Selbstbestimmung. Der Wille eines Menschen ist gefährdet, wenn bei der Ersten Hilfe erst lange danach gesucht werden muss, ob irgendeine Verfügung überhaupt existiert.»

Hofer sieht den Kern seiner Idee, die Kette wird in Waltalingen hergestellt und kostet 28 Franken, in der schnellen Information in extremer Situation. «Wer die Augen öffnet, sieht die Gefahren» philosophiert er und ist überzeugt, dass eine gesunde Urteilsbildung das Leben verbessert. Bereits hat er Echos aus dem Alltag: «Eine Krankenschwester aus der französischen Schweiz ist so begeistert von meiner Idee, dass ich die Anhänger nun auch in französischer Sprache herstellen lasse.»

Pferde zum Beruf gemacht

Franz Hofer hat den Betrieb Sport- und Freizeitpferde im Hirschensprung an seinen Sohn Thomas übergeben; er wohnt mit seiner Frau Annemarie in Nussbaumen. Hofer war begeisterter Dragoner und hat den Betrieb so weiterentwickelt, dass die Pferdehaltung vom Hobby zum Beruf wurde. Von 1971 bis 2001 prägte er den Betrieb Hirschensprung (zwischen Schloss Steinegg Hüttwilen und Eschenz) und hatte zum Teil neben den 20 Milchkühen über 20 Pferde in seiner Obhut. Seit über 40 Jahren ist er aktiver Züchter von Schweizer Sportpferden. Obwohl er inzwischen seine Turnierstiefel an den Nagel gehängt hat, ist er immer noch ein furchtloser Reiter und strenger Lehrmeister für seine Reitschüler.