Pilzsuppe fordert Todesopfer

WÄNGI. Volles Haus am Samstagabend im Vereinshaus. Die Theatergruppe Wängi begeisterte an der Premiere des Lustspiels «Mord on Backstage» von Claudia Gysel das gutgelaunte Publikum.

Maya Heizmann
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Im Proberaum geht alles drunter und drüber: Die verzweifelte Amateur-Theatergruppe vor ihrer Premiere. (Bild: Maya Heizmann)

Im Proberaum geht alles drunter und drüber: Die verzweifelte Amateur-Theatergruppe vor ihrer Premiere. (Bild: Maya Heizmann)

«Die Bühnenbretter bedeuten für uns die Welt», sagte Regisseur Christian Wanner. Das stimmte, bereits nach zwei Minuten lachten die Besucher, zwar vorerst noch ein wenig verhalten. Nach weiteren zwei Minuten ertönte das Lachen stärker, um kurz danach in tosendes Gelächter auszubrechen.

Treues Premierenpublikum

Das Premierenpublikum setzte sich aus einem «Fanclub» der Theatergruppe zusammen. Wiederholungstäter, die keine Aufführung der versierten Laiendarsteller verpassen wollten und um mal ausgiebig lachen zu können. Auch dieses Mal kamen die fröhlich gestimmten 220 Besucher nicht zu kurz, jeder der zehn Darsteller spielte seine Rolle sehr überzeugend und wuchs aus lauter Spielfreude und mit dem Ansporn des Publikums über sich hinaus.

«Mord on Backstage» ist ein Theater im Theater. Ein Schlossbesitzer-Ehepaar will nach seinem Ableben Geld an ihre verarmten Freunde verschenken. Da ist der Mord vorgeplant. So spielt das Stück auf zwei Bühnen; rechts der unordentliche Proberaum der Theatergruppe, links ein etwas verstaubter Salon der englischen Upper Class. Im Stück hat Amateurregisseur Heini Feinstaub ein Drama geschrieben, das jedoch das Ensemble äusserst blöd findet. Missmutig und zickig üben sie ihr langweiliges Drama ein. Bei den Royals ist deren affektierte Sprache besonders seltsam, die Heini frei nach Shakespeare empfunden hat und niemand im Kopf behalten oder gar aussprechen kann. Besonders legt er Wert auf eine korrekte Aussprache. «Das <Thi-Eitsch> muss jeder perfekt können», sagte er – zum Tränen lachen.

Als Regisseur Heini abgehauen ist und im Krankenhaus vor sich hin siecht, geht bei der Premiere alles drunter und drüber. Nun laufen die Darsteller auf Hochtouren, haben Spass an ihrem Mordsstück, sie vergessen Texte oder wiederholen sie an falscher Stelle. Nun kommt auch die Pilzsuppe zu ihrem Einsatz, die drei Leichen fordert.

Lob aus dem Publikum

«Die Darsteller spielen ihre Rollen mit viel Herzblut», sagte Christine Honegger aus dem zürcherischen Buchs. Auch Albert Kern aus Wil zeigte sich begeistert über die Schauspielkunst der Laiendarsteller. Seit 40 Jahren besucht er die Aufführungen der Theatergruppe Wängi, meistens mit seinen Freunden des Fussballclubs Münchwilen. «Sie werden immer besser, sie sind einfach superklasse und verdienen meine absolute Hochachtung», sagte er.

«Wir kommen immer wieder», erklärten Petra Kuhn aus Kefikon und Monika Rufer aus Felben-Wellhausen. Sie freuen sich schon auf nächstes Jahr. Wegen den Begeisterungsstürmen des Publikums verlängerte sich das zweistündige Stück über 30 Minuten. «Wir freuen uns über den tosenden Applaus der Zuschauer», sagte Präsident Beat Krähemann. Regisseur Christian Wanner und die ganze Truppe zeigten sich äusserst glücklich und zufrieden über die Premiere.

Weitere Aufführungen noch bis Mitte Januar, Details siehe: www.theatergruppe-waengi.ch