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Piloten suchen nach Flüchtlingen

Im Kampf um das Überleben von Flüchtlingen im Mittelmeer erhalten die Rettungskräfte Hilfe aus der Ostschweiz: Eine Gruppe von Piloten bricht morgen mit einem Kleinflugzeug nach Tunesien auf.
Adrian Vögele
Die Ikarus C42, das Flugzeug der Humanitären Piloten-Initiative. (Bild: pd)

Die Ikarus C42, das Flugzeug der Humanitären Piloten-Initiative. (Bild: pd)

GAIS. Nach wie vor wagen sich täglich zahllose Flüchtlinge auf die Überfahrt von Nordafrika nach Europa. Um den Rettungskräften bei der Suche nach den Flüchtlingsbooten zu helfen, haben Ostschweizer Piloten im vergangenen Jahr die Humanitäre Piloten-Initiative (HPI) gegründet. Nun gilt es ernst: Morgen startet das Kleinflugzeug der HPI auf dem Flugplatz Hohenems in Richtung Tunesien.

«Ich freue mich, dass es losgeht», sagt Fabio Zgraggen. Der Ausserrhoder ist Privatpilot, Gleitschirm-Fluglehrer und Mit-Initiant der HPI. Sechs Monate dauerten die Vorbereitungen für den Einsatz über dem Mittelmeer. Die HPI ist ein privates, nicht gewinnorientiertes Projekt, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten alle ehrenamtlich. Sie lancierten einen Spendenaufruf, suchten Kontakt zu den Hilfskräften vor Ort, absolvierten Zusatzausbildungen, organisierten die notwendigen Bewilligungen. Momentan zählt das Team drei Piloten sowie fünf Co-Piloten und Unterstützer.

Leichtflugzeug mit Fallschirm

Basis für die Suchflüge ist die tunesische Insel Djerba. «Das ist für uns ideal, da Djerba auch per Linienflug gut erreichbar ist», sagt Zgraggen. Für die Suchflüge verwendet die HPI eine zweiplätzige Maschine vom Typ Ikarus C42 – ein Ultraleichtflugzeug. «Wenn man einen Einsatz, wie wir ihn planen, möglichst sicher durchführen will, gibt es zwei Varianten: Entweder man fliegt mit einer grossen Maschine – was aber äusserst teuer ist – oder mit einer sehr kleinen», sagt Zgraggen. Die C42 verfügt über ein eigenes Rettungssystem. Fällt der Motor aus, wird die Maschine von einem Fallschirm getragen und sinkt sanft hinunter auf die Wasseroberfläche. Das Flugzeug wird ab morgen in drei Etappen via Mailand und Sizilien nach Djerba fliegen.

Weiteres Personal gesucht

Pro Einsatztag fliegen die Piloten drei bis vier Stunden. «Die kritische Zeit beginnt um sechs Uhr morgens», sagt Zgraggen. Die Flüchtlingsboote legen oft gegen zwei Uhr nachts von der libyschen Küste ab. Um etwa sechs Uhr erreichen sie jene Zone, in der sich die meisten Bootsunglücke ereignen. Wenn das HPI-Flugzeug ein Boot entdeckt, meldet es dessen Position und Zustand an die Rettungsleitstelle und die Hilfsorganisationen.

Die HPI will bis im November solche Einsätze fliegen. Sie sucht weitere Piloten und Helfer, damit das Personal in Djerba regelmässig abgelöst werden kann. «Denn wir alle machen das in unserer Freizeit», sagt Zgraggen. Die Spenden reichen derzeit erst für den eigentlichen Flugbetrieb, für die übrigen Spesen kommt die Gruppe selber auf. Zgraggen hofft aber, dass die Spenden mittelfristig alle Ausgaben decken.

www.piloteninitiative.ch

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