Phönix unterwegs in die Zukunft

Theaterleiter Philippe Wacker hat das Phönix-Theater von der ersten Stunde an mit aufgebaut. Es ist sein Lebenswerk. Nun arbeitet er die nächsten zwei Jahre seine Nachfolgerin Michelle Stahel ein.

Gudrun Enders
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Theaterleitung im Doppelpack: Michelle Stahel und Philippe Wacker. (Bild: Gudrun Enders)

Theaterleitung im Doppelpack: Michelle Stahel und Philippe Wacker. (Bild: Gudrun Enders)

STECKBORN. «Das Phönix-Theater ist ein Sprungbrett zur Macht.» Humorvoll verabschiedete der neue Co-Präsident Hermann Bürgi an der Generalversammlung am Mittwoch die scheidende Präsidentin Cornelia Komposch. Als Regierungsrätin kann sie das Ehrenamt nicht mehr ausüben, hat doch das Phönix-Theater einen Leistungsauftrag vom Kanton. Komposch hatte sich «kein Abschiedsgeschenk» gewünscht. Der Vorstand respektierte das und überreichte deshalb einen Anerkennungspreis in Form von Karten für die Bregenzer Festspiele. Ausserdem ist Cornelia Komposch neues Phönix-Ehrenmitglied.

Das Phönix ist weiterhin auf der Suche nach einem Nachfolger von Komposch. Die nächsten zwei Jahre leiten die Co-Präsidenten Hermann Bürgi und Kurt Krucker – als Steckborner Allzweckwaffe – die Geschicke des Theatervereins. Neu in den Vorstand gewählt wurden Kulturmanagerin Anja Oberhänsli und Frauenärztin Henrike Straden.

Was die Zukunft bringt

Das Phönix-Theater bereitet aktiv die eigene Erneuerung vor. Zum einen hat Michelle Stahel mit ihrer Bewerbung um die Theaterleitung den Zuschlag bekommen, zum anderen wird konsequent junges Publikum aktiv ans Phönix herangeführt. Co-Leiterin Michelle Stahel ist Tänzerin sowie Tanz- und Theaterchoreographin. Vor drei Jahren zog die Mutter zweier Buben mit ihrer Familie von Zürich nach Steckborn. «Ich habe mich ins Phönix verliebt», stellte sie sich am Mittwochabend den 23 Mitgliedern vor. Zurzeit leitet Stahel mit Artist Finn Jagd Andersen ein Bewegungstheater für Kinder. Am 28. November werden die kleinen Künstler ihre Premiere geben. Aber auch Schülervorstellungen wird es erneut am Phönix geben. Vorstandsmitglied Eva Tobler hat dieses Angebot wiederbelebt. Für die kommende Saison haben sich schon 450 Schüler angemeldet. «Es ist gut, bei den Kleinen mit dem Theater anzufangen», sagte Tobler. «Sie sind ein wunderbares Publikum.» Das kann am 2. und 3. November ein Puppenspiel besuchen und am 10. und 11. November mit dem Theater Bilitz auf eine abenteuerliche Piratenreise gehen.

Mitgliederbeiträge etwas erhöht

«Wir bewegen uns auf sehr dünnem Eis», sagte Theaterleiter Philippe Wacker zu den Finanzen. Weil er im letzten Jahr noch die Sekretariatsarbeiten schulterte, machte das Theater ein Plus. Doch diese Reserve über rund 20 000 Franken ist, kaum in der Kasse, auch schon wieder für die dringend erforderliche Notbeleuchtung im Theater, eine neue Beleuchtung im Foyer und eine neue Computeranlage im Sekretariat ausgegeben.

Um ein Zeichen zu setzen, beschloss die Generalversammlung, die Mitgliederbeiträge zu erhöhen. Die Versammlung folgte grossmehrheitlich dem Vorschlag des Vorstandes, den Beitrag für Einzelpersonen von 50 auf 75 Franken anzuheben und für Paare von 75 auf 100 Franken. Bei 250 Mitgliedern erwartet das Phönix damit Mehreinnahmen von höchstens 3000 Franken. Ein Tropfen auf den heissen Stein.

Sehr erfreut zeigte sich das Phönix über die gestiegenen Besucherzahlen. Die Auslastung lag bei 66 Prozent.