Phönix kümmert sich um Nachwuchs

Das Phönix-Theater bietet verstärkt Programm für Kinder und Jugendliche. Tänzerin Michelle Stahel aus Steckborn wird unter anderem ab Februar im Pumpenhaus Bewegungstheater mit Kindern machen.

Gudrun Enders
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STECKBORN. Eva Tobler hat nicht lockergelassen. Die pensionierte schulische Heilpädagogin und ehemalige Präsidentin der Thurgauer Kulturkommission sitzt im Phönix-Vorstand und hat sich Theaterangebote für Kinder auf die Fahnen geschrieben. Nun bietet das Phönix wieder Vorstellungen für Schulklassen. Am 5. und 6. November kommt «Die wilde Schar» auf die Bühne, eine Sittengeschichte zum Gruseln.

Kurz zuvor, am 1. November, werden Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren zeitgenössischen Tanz hautnah auf der Bühne erleben bei einem einstündigen Workshop mit zwei Tänzerinnen. Sie tanzen mit, aber auch Reaktionen wie Lachen oder Reden gehören zur Vorstellung. Der Workshop mündet in eine Tanzperformance für die Eltern.

Das ist aber nicht alles, was das Phönix-Theater in der nächsten Saison für den Nachwuchs organisiert hat, wie am Dienstagabend an der Generalversammlung im Theaterfoyer zu erfahren war. Unter den nicht ganz 20 Mitgliedern befand sich auch Tänzerin Michelle Stahel. Sie wird ab Februar Bewegungstheater für Kinder anbieten. Eltern hatten das angeregt, weil sie ihre Kinder nicht länger zu einem Tanzangebot nach Weinfelden kutschieren wollten.

Frauenfelder ins Phönix holen

«Wir hatten mehr Besucher als auch schon.» So begann Theaterleiter Philippe Wacker seinen Jahresbericht. Mit 61,5 Prozent Auslastung lag das Phönix in der vergangenen Saison ein wenig über der geforderten Mindestauslastung von 60 Prozent. Dennoch sieht es Präsidentin Cornelia Komposch als wichtiges Ziel an, den Publikumskreis zu erweitern. «Wir sind dankbar für unser eingeschworenes Stammpublikum», sagte sie. Aber das Einzugsgebiet sollte sich vergrössern. «Das Phönix ist übern Seerücken hinaus nicht so bekannt.» Deshalb wurde inzwischen Werbung im Cinema Luna in Frauenfeld gemacht.

Das liebe Geld fehlt ständig

Während viel Erfreuliches über die Vollmondbar, die gute Stimmung im Phönix-Vorstand oder über neue Projekte berichtet wurde, geben die Finanzen konstant Anlass zur Sorge. «Der Vorstand muss sich die Finanzen genau anschauen», versprach Präsidentin Komposch. Denn inzwischen ist das Eigenkapital auf rund 4500 Franken geschrumpft. Das Geschäftsjahr schliesst mit einem kleinen Plus, dies aber nur, weil eine Rückstellung über 25 000 Franken aufgelöst wurde. Hätte der Vorstand dies nicht beschlossen, hätte wie im Vorjahr ein Minus von etwa 20 000 Franken unterm Strich gestanden. Als Sofortsparmassnahme wird Theaterleiter Wacker eigenhändig die Sekretariatsarbeiten erledigen. Sekretärin Susan Gisin hatte aus persönlichen Gründen gekündigt, die Nachfolgerin sprang in letzter Sekunde ab. Nun wird erst einmal gespart.

Wacker würdigte die Phönix-Urgesteine Sebastian Merkofer und Martin Kast für ihr 30jähriges Engagement mit lustigen Episoden aus der gemeinsamen Vergangenheit. Nur Philippe Wacker selbst übertrifft die beiden mit seinem 33jährigen Engagement. Weil das eine Schnapszahl ist, schenkte ihm Vorstandsmitglied Eva Tobler eine Kette aus 33 Schnapspralinen.

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