Pfyn wechselt auf Datenautobahn

Die Gemeinde Pfyn will bis 2016 alle Einwohner mit Glasfaser erschliessen. Dabei kooperiert sie mit der Stafag und der Swisscom. Am Montag erfolgt die Marktfreigabe für die ersten erschlossenen Gebiete in Dettighofen und Pfyn.

Mathias Frei
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In der alten Pfyner Telefonzentrale: Stafag-Bauleiter Peter Aeschbacher demonstriert Stafag-CEO Markus Schlatter und Frau Gemeindeammann Jacqueline Müller das Spleissen, also Verbinden der Glasfasern. (Bild: Mathias Frei)

In der alten Pfyner Telefonzentrale: Stafag-Bauleiter Peter Aeschbacher demonstriert Stafag-CEO Markus Schlatter und Frau Gemeindeammann Jacqueline Müller das Spleissen, also Verbinden der Glasfasern. (Bild: Mathias Frei)

PFYN. Von einem Meilenstein für Pfyn am 11.11. spricht Frau Gemeindeammann Jacqueline Müller. Dabei ist aber nicht vom Fasnachtsbeginn die Rede. Vielmehr soll am Montag die Marktfreigabe für das etappiert geplante Glasfasernetz in Pfyn und Dettighofen erfolgen.

Im Ortsteil Dettighofen wurden schon vor zwei Jahren leistungsfähige Glasfasern verlegt. Damals war die Swisscom einzige Partnerin der Gemeinde. Mittlerweile hat sich die Stafag aus Frauenfeld in die Partnerschaft eingekauft. Nun können nach den Dettighofern auch die Pfyner Vollgas geben auf der Datenautobahn. Internet, Fernsehen und Telefonie laufen so noch schneller.

Erste von vier Etappen frei

In Pfyn sollen am Montag das VSP-Areal und das Gebiet rund um das Gemeindehaus ans Glasfasernetz gehen. Auch eine Verbindung zwischen Dettighofen und Pfyn ist nun gebaut. Die flächendeckende Erschliessung der Gemeinde kostet gesamthaft 2,65 Millionen Franken (Dettighofen 0,35 Millionen, Pfyn 2,3 Millionen). 75 Prozent der Kosten werden von der Stafag und der Swisscom übernommen. Das neue Netz belastet die Gemeinde demnach noch mit rund 660 000 Franken. In drei weiteren Etappen soll bis 2016 die ganze Gemeinde erschlossen werden.

Mit ihrer Investition haben sich Stafag und Swisscom je eine Faser der vierteiligen Leitungen gesichert. Eine Faser ist der Gemeinde vorbehalten. Auf der letzten Faser (des Elektrizitätswerks) stehen über die Litecom AG weitere sechs Provider zur Verfügung.

Stafag bietet guten Service an

Ein vielfältiges Providerangebot komme bei den Kunden an, sagt Stafag-CEO Markus Schlatter. Mit einer eigenen Faser könne die Stafag im Gegensatz zu eingemieteten Anbietern aber individuelle Lösungen anbieten, falls dies ein Wunsch sei. Teil des Business der Netzbauerin Stafag seien deshalb auch die Beteiligungen an den Anlagen.

Frau Gemeindeammann Müller freut sich, dass in dieser neuen Dreierkonstellation mit der Stafag nun auch ein regionaler Anbieter im Boot ist. Leistungsfähige Kommunikationsverbindungen seien schon heute wichtig und würden in Zukunft noch relevanter werden. «Für Pfyn ist ein Glasfasernetz ganz klar ein Standortfaktor», sagt Müller. Dabei sei es von Anfang an Ziel der Gemeinde gewesen, Parallelnetze zu vermeiden und die eigenen Investitionen tief zu halten. Was den Pfynern nun also gelungen ist.

Regionales Gewerbe im Vorteil

Bis 2016 werden rund 1300 Haushalte erschlossen. Derzeit sind schon 26 Kilometer Glasfasern verlegt. Am Schluss werden es 35 Kilometer sein. Für Müller ist es ein erfreulicher Umstand, dass die getätigten Investitionen fast vollständig wieder ins regionale Gewerbe zurückfliessen. So bildet die Isler Elektro AG aus Pfyn beim Netzbau eine Arbeitsgemeinschaft mit der Stafag. Um den Tiefbau ist die Stutz AG aus Dettighofen besorgt. Und Telekommunikations-Zulieferungen kommen von der Pfyner Contech Pro AG.

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