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PFYN: Viel Holz für die Hütte

Das Baumaterial für Dach und Fassade für die neue Mehrzweckhalle kommt aus dem Bürgerwald. Dieser Tage sind die Förster daran, die 600 Kubikmeter zu schlagen.
Stefan Hilzinger
Urs Engeli arbeitet sich mit dem Vollernter durch den Bestand. (Bilder: Reto Martin)

Urs Engeli arbeitet sich mit dem Vollernter durch den Bestand. (Bilder: Reto Martin)

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Ratzfatz ist das Holz durch. Urs Engeli umschliesst den Stamm der Fichte mit dem Greifer seines Holzvollernters. Kurz kreischt die Säge auf. Mit einem Schwenker dreht Engeli die frisch gefällte Fichte und schaut sich die Schnittfläche an. «Er prüft den Baum», sagt Forstunternehmer Andi Marti. Mit Kennerblick entscheidet sein Kompagnon Engeli, wozu der Baum gut ist: Bauholz für die neue Pfyner Mehrzweckhalle oder doch bloss Brennholz?

Fichte für droben Weisstanne für draussen

Verstreut liegen im Grossholz oberhalb Pfyn Haufen von frisch geschlagenem Holz. 600 Kubikmeter liefert die Bürgergemeinde Pfyn für den Neubau der Mehrzweckhalle. «500 Kubik Fichte und 100 Kubik Weisstanne», präzisiert Bürgerpräsident Stefan Rechberger. In Stämmen zu fünf Metern Länge und nach Durchmessern sortiert gelangt das Holz in die Sägerei, wo es nach den Vorgaben der Holzbaufirma Eugster geschnitten wird. Die Homburger Firma hat den Zuschlag für die Holzbauarbeiten an der Mehrzweckhalle erhalten. Aus den Fichten wird der Dachstuhl gezimmert, aus den Weisstannen gibt es die Fassade. «Weisstannen sind sehr witterungsbeständig», sagt Urs Bühler. Als Revierförster ist er verantwortlich dafür, welche Bäume im Bürgerwald geschlagen werden dürfen. Einen Teil der Arbeit haben die Winterstürme Burghild, Evi und Friederike «erledigt». Um die ordentliche Holzerei kümmern sich die Spezialisten der Firma Engeli & Marti aus Müllheim. «In diesem Jahr lassen wir etwas mehr Holz schlagen als der sonst übliche Hiebsatz», sagt Bürgerpräsident Rechberger.

Im 180 Hektar grossen Bürgerwald wären dies in der Regel rund 1500 Kubikmeter jährlich. Heuer dürften es gegen 2000 Kubikmeter sein «Die 600 Kubikmeter für die Mehrzweckhalle sind in weniger als einem halben Jahr nachgewachsen», sagt Rechberger. Es sei absolut sinnvoll und nachhaltig, für die hiesige Mehrzweckhalle möglichst einheimisches Holz zu verwenden.

Stimmbürger bewilligten Swissness-Mehrkosten

Das Holz mit Swissness-Label hat seinen Preis. «An der Versammlung im vergangenen Jahr haben die Stimmbürger extra einen Zusatzkredit von 70000 Franken bewilligt», sagt Schulpräsident Erich Schaffer. Schule und Politische Gemeinden finanzieren den acht Millionen Franken teuren Bau gemeinsam. Im März fahren bei der alten Halle aus den 1960er-Jahren die Abrissbagger auf. Die Holzbauarbeiten dürften im Spätsommer an der Reihe sein. Damit Balken, Bretter und Latten aus dem Pfyner Wald auch wirklich halten, kommt die Ware nach dem Sägen in einen Trockenofen. «Das ist heute Standard», sagt Revierförster Bühler.

Die Bürgergemeinde liefert das Holz zu Marktpreisen. «An der Bürgerversammlung stellen wir den Antrag, dass wir einen Teil der Kosten für das Holz übernehmen», sagt Präsident Rechberger. So dürften die Mehrkosten gar etwas tiefer ausfallen.

Die Holzerei dauert noch rund eine Woche. «Wir hoffen auf trockene Tage», sagt Forstunternehmer Marti. Der viele Regen und die milden Temperaturen haben den Waldboden aufgeweicht. Beim Einsatz des schweren Gerätes ist Vorsicht geboten. Gute Kenntnisse der lokalen Verhältnisse helfen Schäden zu vermeiden. «Hier, oberhalb der Waldstrasse, scheint es etwas besser zu gehen», sagt Marti. Im Hintergrund greift Engeli ratzfatz den nächsten Stamm.

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