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PFYN: Sambo in der Bärenhöhle

Der Verein für Jugendförderung und Schweiz-Russische Partnerschaft setzt sich gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit ein. Dazu eröffnet er in Pfyn ein Kampfsportzentrum.
Evi Biedermann
Der Chef des Sportamts, Peter Bär, und der Initiant des Sportclubs Bärenhöhle, Siegfried Sokolovskiy, auf dem Kampfring des Sportclubs. (Bild: Evi Biedermann)

Der Chef des Sportamts, Peter Bär, und der Initiant des Sportclubs Bärenhöhle, Siegfried Sokolovskiy, auf dem Kampfring des Sportclubs. (Bild: Evi Biedermann)

Evi Biedermann

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Wladimir Putin macht es, Andrei Semenov und Fjodor Jemeljanenko ebenfalls. Bekannt ist wohl den meisten nur der russische Präsident, doch prominent und erfolgreich sind alle drei Männer. Nicht zuletzt dank Sambo, einer Kampftechnik aus Russland, die Semenov und Jemeljanenko als Profis betreiben. Nun soll der Kampfsport, der einst für das sowjetische Militär entwickelt wurde, Thurgauer Kinder und Jugendliche körperlich fit und mental stark machen. Im Sportklub Bärenhöhle in Pfyn stehen 1000 Quadratmeter Trainingsfläche zur Verfügung. Ziel ist die Förderung von präventiven Massnahmen gegen Gewalt mit Hilfe von russischer Kampftechnik. «Auch Erwachsene sind willkommen», sagt Siegfried Sokolovskiy, Initiant des Sportklubs. Dem Deutschrussen liegen jedoch besonders Kinder und Jugendliche am Herzen. Er ist Familienvater und sehr besorgt wegen der Gewalt, die sich in den letzten Jahren in Europa entwickelt hat. «Es ist eine unglaubliche Welle von Gewalt und Kriminalität, die in den Nachbarländern leider Tatsache ist.»

Das Sportamt ist mit im Boot

Sokolovskiy trainiert selber kein Sambo, aber er hat die Mittel dazu, es anderen zu ermöglichen. Als Geschäftsmann mit eigener Firma verfügt er über einen gewissen finanziellen Spielraum und hat zudem ein weitreichendes Beziehungsnetz. Erst kürzlich ist er mit seiner «Zentrum Kompetenz Management Eurasien Business AG» von Frauenfeld nach Pfyn in eine umgebaute Industriehalle gezogen, wo er nun auch den Sportklub Bärenhöhle aufbaut. Sokolovskiys Engagement für die Jugend begann aber bereits 2014 mit der Gründung des Vereins für Jugendförderung und Schweiz-Russische Partnerschaft, dessen Präsident er ist. Seither haben schon mehrmals junge Schwimmtalente in Russland und in der Schweiz miteinander trainiert. Sokolovskiy knüpfte damals auch Kontakte zum Sportamt Thurgau, von dem der Sportklub nun einen finanziellen Beitrag erhält. «Wir unterstützen Projekte von Vereinen, die wir für sinnvoll halten», sagt Amtschef Peter Bär. Sambo sei ein Beispiel für Prävention, die sich an der Praxis orientiere.

Mit regelmässigem Training zum Erfolg

«Durch Sambo lernen Kinder, wie sie kritische Situationen entschärfen können», präzisiert Siegfried Sokolovskiy. «Wir zeigen ihnen, wie sie sich körperlich und mental verhalten müssen.» Es gebe verschiedene Möglichkeiten. Je besser ein Kind diese beherrsche, umso selbstbewusster werde es im Ernstfall auftreten und sich wehren. Regelmässiges Training ist Voraussetzung für den Erfolg und mindestens so wichtig sind gut geschulte Trainer. Diese rekrutiert der Vereinspräsident aus Deutschland, wo er nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 lebte, bevor er 2011 mit seiner Familie in den Thurgau kam. Dank Beziehungen zur früheren Heimat kennt er ehemalige Mitglieder des sowjetischen Grenzschutzes und der Polizei. «Alles sehr erfahrene Leute», wie Sokolovskiy betont. Diese will er in regelmässigen Abständen nach Pfyn bestellen, damit sie seinem Personal fachliche Inputs vermitteln. Gestern war der Eröffnungsapéro der Bärenhöhle.

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