PFYN: Nora stürmt die US-Charts

Daniela Niederer aus Pfyn ist im Ausland weit bekannter als in der Schweiz. Die 25-Jährige macht sich international als DJane einen Namen und landet Hits in den USA. Ihre Musik klingt nach Fernweh und sie lässt sich von der Natur inspirieren.

Leandra Reiser
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Es macht ihr sichtlich Spass: Daniela Niederer auf der Bühne als DJane Nora En Pure. (Bild: pd)

Es macht ihr sichtlich Spass: Daniela Niederer auf der Bühne als DJane Nora En Pure. (Bild: pd)

PFYN. Knapp zehn Millionen Aufrufe auf YouTube. «Come with me» ist in den USA ein Riesenhit und bereits weltweit bekannt. DJane Nora En Pure ist auf bestem Weg zum Durchbruch. Was viele nicht wissen – Nora En Pure ist Thurgauerin, sogar eine bekannte. Hinter dem erfolgreichen Pseudonym versteckt sich Daniela Niederer, einst die Freundin von Ex-Mister-Schweiz Luca Ruch. Ohne dass man es in ihrer Heimat gross zur Kenntnis genommen hätte, eilte die 25-Jährige Pfynerin während der letzten Jahre in Richtung Spitze der US-Charts.

Bekannter in den USA als hier

Ihre überraschende Karriere war auch für Niederer selbst nicht geplant: «Das Ganze ist mehr spontan entstanden. Musik war aber schon immer eine Leidenschaft in meinem Leben», sagt die Psychologiestudium-Absolventin. Ursprünglich lernte sie Querflöte, Klavier und ein wenig Schlagzeug und hörte Rock, Metal und Klassik. Auf einmal packte sie auch der Electro Sound: «Mich faszinierte, dass man vielseitige elektronische Musik alleine machen und dabei so viel ausprobieren kann.» Während des Studiums lernte sie das Handwerk als DJane und knüpfte die richtigen Kontakte. Ihre Förderer Maurizio Collela und Christian Hirt etwa unterstützten Niederer von Anfang an. Neben viel Arbeit habe auch eine Portion Glück dazu beigetragen, dass ihre Tracks schnell Anklang fanden, erklärt sie. «Diese Bestätigung war der Startschuss für die Touren.»

USA, Australien, Brasilien – es folgten Auftritte in der ganzen Welt. «Am Anfang habe ich oft in halbleeren Clubs gespielt», sagt Niederer. Mittlerweile sehe das ganz anders aus. Als bisher grösstes Highlight nennt sie den Auftritt am Mysteryland Festival in den USA. Dort hat sich Daniela Niederer als Nora En Pure bereits einen wesentlich grösseren Namen gemacht als in der Schweiz. Wichtiger als Erfolg ist für sie aber die Freude, die hinter ihrer Leidenschaft steckt. Das lässt sich auch aus dem Feedback schliessen, das sie bekommt: «Leute schrieben mir, dass ihnen meine Musik durch schwierige Zeiten geholfen hat.»

Tropischer Deephouse

Ihre Indie Dance und Deep House Tracks klingen nach Fernweh und bauen Brücken zwischen unterschiedlichen Stilen. Inspirieren lässt sich Niederer vor allem durch die Natur: «Ich bin gerne draussen und bin sehr naturverbunden.» Dies erkennt man auch in der Musik der Thurgauerin wieder: Tropische, reine Klänge und exotische Instrumente mischen sich unter die tiefen Beats ihrer Lieder. Zudem versuche sie ständig, die Grenzen in ihrem Genre noch ein bisschen zu erweitern. «Ich will verschiedene Elemente verknüpfen, Neues wagen.» Ein eventuelles Début-Album ist in naher Zukunft geplant.

Niederers Songs scheinen auch Leute anzusprechen, die sonst nicht viel mit elektronischer Musik anfangen können. «Meine Musik hat Klasse, ist edel und lässt träumen.» Die gebürtige Südafrikanerin träumt selber gerne von fernen Ländern. Ihre Heimat Südafrika hat es ihr aber am meisten angetan: «Das Land ist sehr facettenreich und bietet immer wieder neue inspirierende Orte und Momente.»

Sie mag den Lifestyle

Der konstante Szenenwechsel sagt Daniela Niederer zu. Auf den Touren vermisst sie zwar ihr Schweizer Umfeld. «Umso mehr schätzt man dann aber, nach Hause zu kommen.» Etwa alle zwei Monate besucht Niederer zwischendurch den Thurgau. «Ich mag die Ruhe und die Natur dort», meint sie. An eine definitive Rückkehr denkt sie noch lange nicht. Daniela Niederer will weltweit touren und ihre Musik rund um den Erdball bekannt machen, bis ihr der Spass daran vergeht. «Es ist ein spannender Lifestyle und ein Segen, etwas beruflich machen zu können, das man wirklich schätzt.»

Daniela Niederer am Mischpult. Ihre Musik gefällt auch Leuten, die mit Electro nicht viel anfangen können. (Bild: pd)

Daniela Niederer am Mischpult. Ihre Musik gefällt auch Leuten, die mit Electro nicht viel anfangen können. (Bild: pd)