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PFYN: Mit Papst und ohne

Seit der Reformation teilen sich Reformierte und Katholiken die Kirche St. Bartholomäus. Die Gottesdienste finden im Turnus statt. Statt eines Kirchenchors gibt es einen ökumenischen Gospelchor.
Stefan Hilzinger
Messmerin Annemarie Stäheli und Alois Schwitter, Präsident der Paritätischen Kirchgemeinde, vor ihrem Gotteshaus im Pfyner Städtli. (Bilder: Stefan Hilzinger)

Messmerin Annemarie Stäheli und Alois Schwitter, Präsident der Paritätischen Kirchgemeinde, vor ihrem Gotteshaus im Pfyner Städtli. (Bilder: Stefan Hilzinger)

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Seinen Tag hat das Gotteshaus am 24. August. Das ist der Gedenktag des Patrons, des heiligen Bartholomäus. Am Sonntag darauf lädt die Katholische Kirchgemeinde Pfyn zum Kirchenfest ein mit gemeinsamem Mittagessen nach der Abendmahlsfeier. Im Gottesdienst und beim Mittagessen wird auch der eine oder andere Reformierte in den Bänken und an den Tischen sitzen und mitfeiern. Seit der Reformation vor nunmehr bald 500 Jahren nutzen die Pfyner beider Konfessionen das gleiche Gotteshaus. St. Bartholomäus ist eine der letzten paritätischen Kirchen im Kanton (siehe Kasten).

Der Steuerfuss beträgt zwei Prozent

Etwas unterscheidet Pfyn von den anderen paritätischen Kirchen im Thurgau: Es gibt hier eine selbstständige paritätische Kirchgemeinde, der das Gotteshaus gehört und die eigene Steuern einzieht. «Unser Steuerfuss beträgt zwei Prozent», sagt Alois Schwitter. Der landwirtschaftliche Angestellte aus Lanzenneunforn präsidiert die Vorsteherschaft seit drei Jahren. Alle vier Jahre gibt es zwischen den sonntäglichen Gottesdiensten eine ­separate Versammlung, an der Wahlen abgehalten werden. «Es werden fünf Mitglieder gewählt. Die Chargen verteilen die Gewählten dann unter sich», sagt Schwitter. Die Kirchgemeinde respektive die Pfarrei umfasst nebst Pfyn und Dettighofen auch Lanzenneunforn in der Gemeinde Herdern sowie Ober- und Unterhörstetten in der Gemeinde Homburg.

Aufgabe der paritätischen Kirchgemeinde ist in erster Linie der bauliche Unterhalt von Kirche und Friedhof. Jährlich legt sie Rechnung und Budget den beiden konfessionellen Kirchgemeinden separat zur Abnahme vor. Wenn etwas Grösseres ansteht, wie etwa unlängst die neue Akustik-Anlage, müssen Katholiken und Reformierte ihren Anteil separat bewilligen.

Die Ökumene begann bei den Organisten

Um gut aneinander vorbei zu kommen, gibt es für die sonntäglichen Gottesdienste einen festen Turnus. «Die ersten beiden Sonntage im Monat sind die ­Reformierten um 9 Uhr an der Reihe, die Katholischen um 10.30 Uhr, dann wird gewechselt», erklärt Schwitter. Früher war es gang und gäbe, dass von Gottesdienst zu Gottesdienst nebst dem Pfarrer auch die Organisten wechselten. Zwar gibt es in Pfyn weiterhin reformierte und katholische Organisten, doch nicht selten spielt der Organist des früheren Gottesdienstes auch am nachfolgenden der anderen Konfession. «Die Ökumene hat in Pfyn bei den Organisten angefangen», sagt Mesmerin Annemarie Stäheli. Einen Kirchenchor gibt es in Pfyn zwar nicht, dafür aber den ökumenischen Gospelchor Pfyn-Felben. Auch bei der Alters- und der Jugendarbeit arbeiten die beiden Konfessionen zusammen. Doch es gibt auch Grenzen: Bei den Gottesdiensten assistieren weiterhin separate Mesmer: «Nur schon, weil wir Reformierten uns zu wenig mit den Ritualen während eines katholischen Gottesdienstes auskennen», sagt Stäheli. Die Reformierten haben auch keinen Zugang zur katholischen Sakristei.

Das Innere der Kirche könnte man «zurückhaltend katholisch» bezeichnen. Im Chor zieht ein neugotischer Altar den Blick auf sich. An den Stirnwänden der Seitenschiffe prangen Heiligenfiguren (siehe unten). Linker Hand steht eine Marienfigur, darunter brennen Kerzen. «Der Kerzenaltar wurde vor einigen Jahren auf Wunsch der Katholiken eingerichtet», sagt Schwitter. Rechts hängen bunte Zettel mit Fotos von Täuflingen oberhalb der Kirchenbänke. Die Galerie wird jedes Jahr frisch angelegt. Sie zeigt die jüngsten Gemeindeglieder beider Konfessionen.

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