PFYN: Ein Jubiläum von A bis Z

Im Seniorenorchester Thurgau spielen Musikerinnen und Musiker aus vier Kantonen. Das Orchester feiert heuer seinen 30. Geburtstag. Das ist Anlass genug für zwei Jubiläumskonzerte in dieser Woche.

Evi Biedermann
Drucken
Teilen
Das Seniorenorchester mit Dirigentin Regula Raas bei einer Probe in Pfyn. (Bild: Evi Biedermann)

Das Seniorenorchester mit Dirigentin Regula Raas bei einer Probe in Pfyn. (Bild: Evi Biedermann)

Evi Biedermann

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

 

Zu jedem Buchstaben des Alphabets ein spezielles Thema und ein Kopfschmuck, der dazu passt: Das Jubiläumskonzert des Thurgauer Seniorenorchesters ist ein bunter Reigen von Erinnerungen aus 30 Jahren gemeinsames ­Musizieren. So steht etwa H für Harmonie, K für Kaffeehaus und ­Salonmusik, P für Pfarrherren, Q für Quereinsteiger. Der Buchstabe V ist der Volksmusik gewidmet respektive dem Gründer und ersten Dirigenten des Orchesters, Bruno Zahner. Von ihm wird ein Medley gespielt.

Auch die jetzige Dirigentin ­erhält einen Buchstaben. Regula Raas leitet und betreut das Orchester bereits seit 24 Jahren. Unermüdlich, zuverlässig und mit Herzblut. Ihr Buchstabe ist nicht wie erwartet R, sondern S. «Sie ist die Seele des Orchesters», erklärt Klaus Lüthi, der Mann am Piano. «Man spürt ihre Liebe zur Musik und zum Orchester», ergänzt Heidi Wirth, Cellistin aus Aadorf. Das bleibt nicht uner­widert. Wer eine Probe besucht, spürt das schnell. Alle sind motiviert, ihr Bestes zu geben. In der Pause jedoch wird gelacht und gescherzt.

Vom Profi bis zum Amateur spielen alle mit

Gemeinsames Musizieren sieht Regula Raas als Jungbrunnen und Form des Glücks, da man zusammen etwas erarbeite und ähn­liche Talente pflege. Sein Bestes geben heisse nicht, perfekt zu sein. «Wichtig ist, dass jeder sich wohlfühlt. Mit seinem Instrument und im Orchester. Klar, das Streben nach einem hohen musikalischen Standard sei ihr nicht abzusprechen, hält die Dirigentin fest, die als Musikerin schon mit dem James-Last-Orchester gespielt und in Fernsehstudios Kylie Minogue begleitet hat. «Eine herzliche Atmosphäre und das Füreinander ist mir in diesem Fall jedoch wichtiger.» Dennoch versucht sie, beides miteinander zu verbinden. Was nicht immer einfach ist, denn im Orchester spielen sowohl Profis als auch hobbymässige Musikerinnen und Musiker mit. 37 sind es zurzeit, 26 Frauen und neun Männer zwischen 63 und 88 Jahren.

Sie kommen aus vier Kantonen und aus Deutschland alle 14 Tage nach Weinfelden zu den Proben. Wie schafft man das, ein so unterschiedliches Geflecht so zu lenken, dass alle zufrieden sind? «Mit gegenseitiger Toleranz, Akzeptanz und einem breiten musikalischen Repertoire ist das möglich», ist Regula Raas überzeugt. Zum Repertoire gehören Werke von der Renaissance bis zur Moderne. Darunter auch Kirchenmusik, Salonmusik, Volksmusik, Musical und Pop.

Aus diesem Fundus schöpft das Orchester für seine Konzerte, die mehrmals im Jahr in Alterszentren, Kirchen oder bei privaten Institutionen stattfinden. Unvergesslich bleibt dabei der Auftritt als Nostalgieorchester im Jubiläumsjahr 2013 der Dirigentin. Sowohl die Musik als auch die Gewandung waren auf die Belle Epoque ausgerichtet. Es gab mehrere Konzerte, und das Publikum war durchwegs entzückt.

Das Publikum darf da und dort mitsingen

Nostalgische Accessoires spielen auch im musikalischen Jubiläumsalphabet eine Rolle, das diese Woche zur Aufführung kommt. Je nach Thema schmückt ein filigranes Damenhütchen, ein Turban, ein Sennechäppi oder gar eine Schlafmütze das Haupt einer Musikerin oder eines Musikers. Und wenn das Publikum mag, darf es beim einen oder anderen Lied sogar mitsingen.

Konzerte: Donnerstag, 23. November, 15 Uhr, Alterszentrum Stadtgarten Frauenfeld; Sonntag, 26. November, 14 Uhr, Kulturforum, Trotte, Pfyn.