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Pferdeflüsterer und Menschenfreund

Pünktli knabbert am Zaun, der das kreisrunde Gehege bei einem Bauernhof in der Nähe von Lömmenschwil umgibt. Daneben steht Fortuna und schüttelt ihre Mähne. Die beiden Stuten der Rasse Noriker gehören Andreas Barth. Von Beruf ist der gebürtige Süddeutsche Seelsorger.
Anina Rütsche
«Ihnen vertraue ich voll und ganz» – Andreas Barth mit seinen Pferden Pünktli (links) und Fortuna. (Bild: Coralie Wenger)

«Ihnen vertraue ich voll und ganz» – Andreas Barth mit seinen Pferden Pünktli (links) und Fortuna. (Bild: Coralie Wenger)

Pünktli knabbert am Zaun, der das kreisrunde Gehege bei einem Bauernhof in der Nähe von Lömmenschwil umgibt. Daneben steht Fortuna und schüttelt ihre Mähne. Die beiden Stuten der Rasse Noriker gehören Andreas Barth. Von Beruf ist der gebürtige Süddeutsche Seelsorger. In dieser Funktion arbeitet er für vier katholische Pfarreien der Gemeinde Gaiserwald und im Westen der Stadt St. Gallen. Sein Seelsorgebüro befindet in Engelburg, wo Barth auch Pfarreiverantwortlicher ist. Neu bietet er Coachings an, bei denen er Pünktli und Fortuna als Co-Trainer einsetzt. «Pferde sind sehr sensibel», erklärt der 42-Jährige. Er bezeichnet die Herdentiere gar als «Spiegel der menschlichen Seele». «Im Umgang mit den Pferden kommt die Sozialkompetenz der Leute wunderbar zum Ausdruck.»

Innerlich tief verbunden

Dass zwischen dem Coach und seinen tierischen Assistentinnen eine besondere und tiefe Verbindung besteht, wird klar, wenn man die drei zusammen beobachtet. Der studierte Theologe spricht mit den Pferden, seine Stimme ist leise und sanft. Auf dem Weg vom Transporter zum Gehege, in dem die Coachings stattfinden, gehen alle nebeneinander her – Andreas Barth in der Mitte. Nicht ein

Anführer steht im Vordergrund, sie sind ein Team.

Pünktli, das Vertrauenspferd

Seit seinem zehnten Lebensjahr befasst sich Andreas Barth mit Pferden und deren Wesensart. Auch seine Frau Tanja, die ebenfalls aus Deutschland stammt, ist seit ihrer Kindheit eine «Pferdenärrin». Beide haben früh reiten gelernt und pflegen diesen Sport noch heute mit Leidenschaft. In seiner Jugend war Andreas Barth eine Zeitlang auch als Springreiter aktiv. Es erstaunt daher nicht, dass das Ehepaar zur Zeit der Jahrtausendwende beschloss, sich ein eigenes «Ross» zuzulegen. Seither gehört das mittlerweile 14jährige Pünktli «sozusagen zur Familie». «Pünktli ist mein Vertrauenspferd», sagt Andreas Barth. «Mit Pünktli fühle ich mich in allen Situationen absolut sicher, komme, was wolle», fügt er mit Blick auf die graue Stute an, deren Fell an manchen Stellen von dunklen Flecken übersät ist. Noch mehr Punkte weist allerdings die ansonsten weisse Fortuna auf, die einige Jahre später dazustiess. «Ja, hätten wir das bloss früher gewusst, dann hätten wir die zwei wohl andersrum benannt», scherzt der Seelsorger, während er vor dem Gehege das Material für die Coachingstunde vorbereitet. In einer Schachtel befinden sich Leinen, die benötigt werden, um die Pferde zu führen. Daneben liegen eine zusammengefaltete Plastikplane und mehrere Verkehrsleitkegel, die Barth braucht, um Routen zu markieren. Reiten gehört allerdings nicht zu seinem Angebot – «dafür gibt es bereits die Hippotherapie».

Der Coach als Beobachter

Mit den zumeist erwachsenen Klientinnen und Klienten, die sich zur Beratung einfinden, führt der Coach als erstes ein rund zehnminütiges Gespräch: «So erfahre ich, welches Thema angegangen werden soll.» Anhand dieser Informationen stellt er eine passende Aufgabe zusammen. Diese kann beispielsweise darin bestehen, die beiden Pferde durch einen Parcours zu leiten.

Sobald die Klientin oder der Klient das Gehege betritt, das wegen seiner Kreisform «Round Pen» genannt wird, hält sich Andreas Barth im Hintergrund. Aus der Distanz beobachtet er das Geschehen. Nur dann, wenn er es für angebracht hält, greift er ein – und das sei individuell. Bei den Aktivitäten im «Round Pen» stehe nicht die Erfahrung mit Pferden im Vordergrund, sondern die persönliche Herangehensweise, hebt Barth hervor. «Die meisten Leute finden den Draht zu Pünktli und Fortuna unglaublich schnell.»

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