Petition für eine Thuja-Allee

Im Gebiet Oberdorf-Storenberg in Müllheim soll eine Thuja-Allee durch eine Zeile von Laubbäumen ersetzt werden. So sieht es ein hängiges Erschliessungsprojekt vor. Seit heute sammelt ein Komitee Unterschriften für den Thuja-Bestand.

Stefan Hilzinger
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Die strittige Thuja-Allee in Müllheim in diesem April. Rechts beginnt das Bauland, das erschlossen werden soll. (Bild: Donato Caspari)

Die strittige Thuja-Allee in Müllheim in diesem April. Rechts beginnt das Bauland, das erschlossen werden soll. (Bild: Donato Caspari)

MÜLLHEIM. Das Gebiet Oberdorf-Storenberg in Müllheim ist bestes Bauland. Idyllisch gelegen, in einer sanften Senke zwischen der Häuserzeile an der Kreuzlingerstrasse und dem Friedhof, harrt Land der Überbauung. Ein Gestaltungsplan ist erlassen, doch die Erschliessung zieht sich in die Länge. Dieses Frühjahr legte die Gemeinde ein neues Projekt auf. Doch auch dieses stiess auf Widerstand, wie schon die Vorhaben davor.

Einmalig nördlich der Alpen

Im Zentrum der Kritik: Die Thuja-Allee, welche die Kreuzlingerstrasse mit dem Friedhof verbindet, soll verschwinden. Die Allee müsse erhalten bleiben. Sie sei in dieser Art nördlich der Alpen eine historische Seltenheit. Seit heute nun sammelt eine Gruppe Müllheimer Unterschriften für eine Petition zum Schutz der Thuja-Allee, die beim Thurgauer Regierungsrat eingereicht werden soll. Zu den Petitionären gehören die Schriftstellerin Zsuzsanna Gahse, der frühere Kantonsrat Andreas Engeler (Grüne) sowie der Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Toni Waeffler. Ihr Sprecher ist Daniel Münger, der als Jugend- und Kinderpsychiater tätig ist.

Ganz oben vorstellig werden

Mit der Petition soll der Thurgauer Regierungsrat aufgefordert werden, Massnahmen zu treffen, um die Allee bei der geplanten Erschliessung zu erhalten und zu schützen. «Wir haben uns entschieden, ganz oben vorstellig zu werden», sagt Daniel Münger. Denn auch gegen die Erschliessungspläne, die im März/April dieses Jahres aufgelegen seien, habe es viele Einsprachen gegeben. «Ich weiss von etwa einem Dutzend», sagt Münger. Einige hätten die Thuja-Allee zum Gegenstand gehabt, so auch seine. Die Einsprachen seien abgewiesen worden. «Ein Teil davon ist nun als Rekurs beim Departement für Bau und Umwelt hängig», sagt Münger.

Die Allee verschwindet, so sieht es das strittige Erschliessungsprojekt vor. Der Friedhofweg soll ausgebaut werden zu einem Gehweg und einer Fahrstrasse, dazwischen steht künftig noch eine Zeile von einheimischen Laubbäumen. «Das ist alles gemäss geltendem Gestaltungsplan so vorgesehen», sagte Gemeindeammann Jakob Thurnheer im April der TZ.

An Versammlung thematisieren

An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung sollen die Müllheimerinnen und Müllheimer nochmals grundsätzlich über die Erschliessung im Storenberg reden können. Dazu starten die Petitionäre heute eine zweite Unterschriftensammlung. Laut Gemeindeordnung können 150 Stimmbürger verlangen, dass eine Gemeindeversammlung einberufen wird. Die mehr als hundertjährige Baumreihe müsse erhalten werden, heisst es auch bei dieser Unterschriftensammlung. Der Gemeinderat soll an einer ausserordentlichen Versammlung konkrete Vorschläge machen, wie das getan werden könne. Etwa indem die Gemeinde den Gestaltungsplan ändere oder aufhebe oder indem sie die Allee in das Inventar der geschützten Naturobjekte aufnehme.

«Da die Unterschriftensammlungen ein laufendes Verfahren betreffen, nimmt die Behörde dazu nicht Stellung», sagt Gemeindeschreiber Paul Pfister.