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PERSONENDATEN: Kritik an die Adresse der Post

Die Post verlangt für die Nutzung des Services «PickPost» Personendaten. Der Thurgauer Datenschutzbeauftragte Fritz Tanner befürchtet, dass diese zu Werbezwecken weitergegeben werden.
Sebastian Keller

Die Post teilt Inhabern von Postfächern mit, dass ab Ostermontag sämtliche Pakete nach Hause geliefert werden. Als Gründe führt sie an, dass Pakete für das Postfach fast immer zu gross seien; zudem würden die meisten Kunden ihre Pakete direkt nach Hause geliefert erhalten wollen. Als Alternative zur Hauslieferung nennt das Unternehmen im Brief an die Kunden «PickPost». Bei diesem Service können beispielsweise in Dorfläden Pakete aufgegeben und abgeholt werden. Doch dafür ist eine Registrierung auf der Postwebseite notwendig. Und hier setzt die Kritik des Datenschutzbeauftragten des Kantons Thurgau an. In einem Beitrag auf seiner Webseite schreibt Fritz Tanner: «Das geht aber nur, wenn wir der Post das Einverständnis geben, unsere Personendaten zu Werbezwecken zu verwenden.» Er kritisiert: «Wir bezahlen mit unseren Personendaten, damit wir die Paketpost weiterhin am Postfach-Ort abholen dürfen.» Denn: Auch Poststellen mit Postfächern zählen zu den «PickPost»-Standorten. Tanner zitiert aus den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Post: «Im Hinblick auf die Bereitstellung eines marktgerechten Angebots erklärt sich der Kunde damit einverstanden, dass die Post seine Log-in- und Nutzungsdaten zu Marktforschungs-, Beratungs- und Werbezwecken erfassen und bearbeiten darf.»

Auf Anfrage beteuert ein Sprecher, die Post würde keine personalisierten Daten verwenden, sondern anonymisierte zur Verbesserung der Webseite und zur Optimierung des Dienstleistungsangebots. «Diese werden auch nicht Dritten zur Weiterverwendung weitergegeben.»

«Eine mehr oder weniger freiwillige Einwilligung»

Auf Anfrage sagt Fritz Tanner, dass es ihm mit dem Beitrag auf der Webseite darum ging, «das Bewusstsein zu stärken, dass der Datenschutz wichtig ist». Er stelle eine Tendenz fest, wonach in letzter Zeit vermehrt dazu übergegangen werde, bei fehlender gesetzlicher Grundlage «über eine mehr oder weniger freiwillige Einwilligung an die Personendaten der Einzelnen zu gelangen». Dies entspreche nicht seiner Vorstellung von Datenschutz.

Er werden in der Post-Sache aber nicht aktiv. «Das liegt nicht in meinem Zuständigkeitsbereich.» Die Tendenz bereitet ihm dennoch Sorge. «Leider geht auch der Schweizer Bundesrat in die Richtung, dass Personendaten für die Wirtschaft vermehrt verwendet werden sollen.» Tanner verweist auf die von der Landesregierung vor einem Jahr verabschiedete Strategie «Digitale Schweiz».

Sebastian Keller

sebastian.keller

@thurgauerzeitung.ch

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