Person und Partei müssen stimmen

Das Resultat ist so überraschend wie deutlich. Anders Stokholm lässt Andreas Wirth und Roland A. Huber hinter sich und wird per 1. Juni Stadtpräsident in Frauenfeld. Dass es nicht zum erwarteten zweiten Wahlgang kommt, hat drei Hauptgründe.

Markus Zahnd
Drucken
Teilen

Das Resultat ist so überraschend wie deutlich. Anders Stokholm lässt Andreas Wirth und Roland A. Huber hinter sich und wird per 1. Juni Stadtpräsident in Frauenfeld. Dass es nicht zum erwarteten zweiten Wahlgang kommt, hat drei Hauptgründe.

Erstens der Faktor FDP: Seit jeher sind die Freisinnigen im Stadtrat, seit 45 Jahren stellen sie den Stadtammann. Viele konnten sich eine Exekutive ohne FDP nicht vorstellen. Die Parteizugehörigkeit alleine hätte allerdings kaum gereicht. Mit Stokholm hat die FDP aber einen Kandidaten präsentiert, der alle Voraussetzungen für das anspruchsvolle Amt mitbringt.

Zweitens der Faktor SVP: Die Partei tut sich stets schwer, Exekutivämter zu erobern – selbst mit einem Kandidaten wie Wirth. Auch aus linken Kreisen war zu hören, dass der Schulpräsident wählbar sei. Einen SVP-Kandidaten aber tatsächlich zu wählen, ist für viele linke Stammwähler dann doch eine zu grosse Hürde. Zudem hätte die SVP mit Wirth und Ruedi Huber gleich zwei Sitze im fünfköpfigen Stadtrat gehabt.

Drittens der Faktor Präsenz: Die schwierigste Aufgabe für die FDP war, ihren Kandidaten bekannt zu machen. Sie schaffte das mit einem aufwendigen und teuren Wahlkampf. Stokholm war präsent und suchte den Kontakt zur Bevölkerung. Ein Auswärtiger hat aber auch den Vorteil, dass er es sich am Ort (noch) nicht verscherzen konnte. So haben Wirth die Ereignisse im Reutenen sicher einige Stimmen gekostet.

Stokholm muss nun beweisen, dass er die Vorschusslorbeeren verdient. Er hat angekündigt, die Steuern nur im Notfall zu erhöhen, und dass er bei der Lösung des Verkehrsproblems alle Beteiligten anhören will. Daran wird er ab dem 1. Juni gemessen.

markus.zahnd@thurgauerzeitung.ch

Aktuelle Nachrichten