Per SMS-Alarm ans Obligatorische

REGION. Das kann ganz schön ins Geld gehen. Der eine oder andere Dienstpflichtige kennt es vielleicht. Das letzte Obligatorische hat man verpasst, und das Datum vom Nachschiessen passt einem auch nicht so recht.

Mathias Frei
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Damian Schlatter Präsident der Vereinigten Schützen Langdorf-Kurzdorf (Bild: pd)

Damian Schlatter Präsident der Vereinigten Schützen Langdorf-Kurzdorf (Bild: pd)

Region. Das kann ganz schön ins Geld gehen. Der eine oder andere Dienstpflichtige kennt es vielleicht. Das letzte Obligatorische hat man verpasst, und das Datum vom Nachschiessen passt einem auch nicht so recht.

Wer die Schiesspflicht nicht erfüllt hat, kommt beim ersten Mal noch mit 150 Franken davon. Dann verdoppelt sich die Disziplinarbusse. Letzten Endes kann man dafür mit bis zu tausend Franken gebüsst werden. Für Frauenfelder muss das nicht mehr sein. Denn dafür gibt's seit diesem Jahr einen SMS-Alarm jeweils einen Tag vor dem Obligatorischen-Termin. Faule Ausreden zählen nicht mehr. Eine Kurzmitteilung mit dem Inhalt «GRUPPE START BUNDESPROGRAMM» an die Nummer 9292 genügt. Die SMS-Anmeldung kostet 20 Rappen, danach jede Erinnerung weitere 20 Rappen. Angesichts der Bussen ein Betrag, den man sich leisten kann.

Präsi kennt die Termine

Der 29jährige Damian Schlatter hat das obligatorische Bundes-Schiessprogramm noch nie verpasst. Kein Wunder, mit 16 trat er den Vereinigten Schützen Langdorf-Kurzdorf (VSLK) bei, ist mittlerweile im zweiten Jahr Präsident der Frauenfelder Schützengesellschaft mit ihren rund hundert Aktiv- und Passivmitgliedern. Schlatter kennt die Schiesstermine seines Vereins besser als den eigenen Hosensack. Damit seine Kollegen nicht in die Terminbredouille kommen, hat er einen SMS-Alarm eingerichtet. Provider des Services ist die Müllheimer Firma Luk.ch. Die erste Kurzmitteilung wurde am Donnerstag vor dem April-Schiessen verschickt. Der Alarm funktioniert. Die SMS-Erinnerung im Mai wird Schlatter nun erst auf den Freitag vor dem Schiessen terminieren.

Weitere Erinnerungen folgen im Juni und dann für die drei Termine im August. «An den August-Schiessen muss man mit Wartezeiten rechnen», warnt Schlatter vor und empfiehlt, die Pflicht schon vor den Sommerferien zu erfüllen. Am gebundenen Jahresprogramm will Schlatter festhalten. Zugleich versucht er, den Schützen den Weg ins digitale Zeitalter zu weisen. «Seit zwei Jahren verschicken wir auf Facebook Veranstaltungs-Einladungen.»

Auch Junge haben Spass

Schlatters präsidialer Vorgänger ist alt Gemeinderatspräsident Werner Vetterli. «Er führte den Verein während 40 Jahren. Auf seine Erfahrung kann ich heute noch zählen.» Mit Schlatter als Präsident ist aber eine Verjüngung des Vorstands einher gegangen. Frischer Wind hat Einzug gehalten in einem Vereinswesen, das allzu oft als Alt-Männer-Runde mit Stumpen, 58-cl-Bier und Cervelat mit Brot abgestempelt wird. Demgegenüber konnten die VSLK in jüngster Zeit mehrere Neumitglieder zwischen 20 und 30 gewinnen. «Wir sind der Beweis dafür, dass auch Junge Spass am Schiesssport haben», sagt Schlatter.

Nächstes Obligatorisches der VSLK am kommenden Samstag, 23. Mai, 10 bis 12 Uhr, im Schützenhaus Galgenholz

Eine Kurzmitteilung erinnert ans Obligatorische. (Bild: Stefan Hilzinger)

Eine Kurzmitteilung erinnert ans Obligatorische. (Bild: Stefan Hilzinger)