Pensionskasse baut im Kurzdorf

Noch klafft auf dem Areal der einstigen chemischen Fabrik Tanner in Frauenfeld ein tiefes Loch. Die Pensionskasse Asga als neue Investorin beginnt am 10. August mit dem Bau des Wohnparks..

Stefan Hilzinger
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Felix Schmuckli (Laubgasse Immobilien AG), Michael Steiner (Asga) und Hans Christian Rapp (Laubgasse Immobilien AG) besprechen sich auf dem Baugelände im Kurzdorf, links im Hintergrund der Turm für die Störche. (Bild: Reto Martin)

Felix Schmuckli (Laubgasse Immobilien AG), Michael Steiner (Asga) und Hans Christian Rapp (Laubgasse Immobilien AG) besprechen sich auf dem Baugelände im Kurzdorf, links im Hintergrund der Turm für die Störche. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Bis zu zwölf Meter tief ist das Loch auf dem Areal der einstigen chemischen Fabrik Tanner im Frauenfelder Kurzdorf. Wochenlang haben Bagger Erde abgetragen und Lastwagen diese fortgeschafft. Doch am 10. August soll es nun mit dem Wohnbauprojekt «Laubwiesen» vorwärts gehen. «Das Amt für Umwelt hat bescheinigt, dass das Baugelände frei von Altlasten ist», sagt Hans Christian Rapp, Miteigentümer der Laubgasse Immobilien AG, die das Bauprojekt mit 133 Wohnungen und gut 190 Tiefgarageplätzen seit 2010 vorangetrieben hatte.

Seit Mitte Juli ist die Laubgasse Immobilien AG allerdings nicht mehr Eigentümerin des Areals. Besitzerin und Bauherrin ist nun die Pensionskasse Asga (siehe Kasten). «Sie ist per 13. Juli Eigentümerin der Parzelle geworden», sagt Michael Steiner, Projektleiter Immobilien bei der Asga. Mit der Bescheinigung vom Amt für Umwelt ist der Weg frei geworden für Handänderung und eigentlichen Baubeginn.

56 Millionen investieren

Zwar habe die Altlastensanierung etwas länger gedauert als zu Beginn angenommen. Doch das habe auch einen Teil der Aushubarbeiten vorweggenommen, sagt Hans Christian Rapp. Nach dem Baustart Anfang übernächster Woche dürfte es noch rund zweieinhalb Jahre dauern, bis die Wohnungen bezugsbereit seien. Die Investitionssumme für die Überbauung aus der Feder des St. Galler Architekten Peter Oestreich beziffert Michael Steiner auf 56 Millionen Franken. Bereits umgebaut ist das früherer Firmengebäude der Baumer Druckerei. Dort ist seit einem Jahr eine Tagesklinik der Clienia Littenheid beheimatet. Nicht Teil des Projektes ist die Tanner-Villa, die Dritten gehört.

Nächstes Projekt in Arbeit

2010 kauften die Wiler Investoren Hans Christian Rapp und Felix Schmuckli die ehemaligen Fabrikationsstätten an der Ecke Oberwiesenstrasse/Laubgasse als Laubgasse Immobilien AG, deren Verwaltungsratspräsident der Frauenfelder Rechtsanwalt Matthias Hotz ist. «Unsere Absicht war von Anfang an, ein baureifes Projekt zu entwickeln, und dieses dann weiterzuverkaufen», erklärt Hans Christian Rapp die Handänderung. Die Immobilienfirma steckt auch hinter der angestrebten Neubebauung des Areals Schweizerhof an der Ecke Bahnhofstrasse/Zeughausstrasse.

Einsprachen und Störche

In der Regel dauere es sechs bis sieben Jahre, bis Grossprojekte dieser Art verwirklicht seien, sagt Rapp weiter. Um die Siedlung zu erstellen, musste für das Areal ein Gestaltungsplan ausgearbeitet werden. Dieser erlaubt es, statt dreigeschossig nun vier- bis fünfgeschossig zu bauen. Gegen die Baueingabe gab es Einsprachen von Anwohnern, welche die Bauhöhe kritisierten. Doch der Stadtrat wies die Einsprachen mit Hinweis auf den vom Kanton bewilligten Gestaltungsplan im Februar 2014 ab. Danach wurden die Fabrikationsgebäude abgebrochen und als neues Wahrzeichen ein Holzturm für die Störche erstellt, die bislang auf dem Kamin der Tanner & Cie. nisteten. «Ein gutes Zeichen für eine Siedlung, in der bald auch Familien wohnen werden», sagt Rapp.

So soll sich der Wohnpark Laubwiesen zwischen Tanner-Vila (links) und ehemaliger Baumer-Druckerei künftig optisch präsentieren. (Bild: pd)

So soll sich der Wohnpark Laubwiesen zwischen Tanner-Vila (links) und ehemaliger Baumer-Druckerei künftig optisch präsentieren. (Bild: pd)