Pendlerabzug füllt die Kasse

FRAUENFELD. Mit der LÜP-Massnahme 7.9 will der Regierungsrat den Pendlerabzug auf 4500 Franken begrenzen. Das Recht dazu haben die Kantone am 9. Februar 2014 mit der Annahme der eidgenössischen Fabi-Bahnausbau-Vorlage erhalten.

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FRAUENFELD. Mit der LÜP-Massnahme 7.9 will der Regierungsrat den Pendlerabzug auf 4500 Franken begrenzen. Das Recht dazu haben die Kantone am 9. Februar 2014 mit der Annahme der eidgenössischen Fabi-Bahnausbau-Vorlage erhalten. Der Thurgau stimmte mit einem unterdurchschnittlichen Ja-Anteil von 53,3 Prozent zu. Bei den direkten Bundessteuern gilt nun eine Obergrenze von 3000 Franken. Finanzdirektor Bernhard Koch hatte schon vor der Fabi-Abstimmung angekündigt, der Thurgau werde den Pendlerabzug auch begrenzen. Der Deckel bei 3000 Franken sei aber zu tief.

Fürs Zweitklass-GA reicht es

Koch wies am Freitag darauf hin, dass die vorgeschlagenen 4500 Franken über dem Preis eines SBB-Generalabonnements zweiter Klasse von 3550 Franken liegen. Der Kanton erhöht seine Einnahmen um geschätzte sieben Millionen Franken – kaum eine andere LÜP-Massnahme schenkt so viel ein. Dazu kommen 10,6 Millionen Franken Mehreinnahmen der Gemeinden. Auch Kirchen und Schulen profitieren. Zur Kasse gebeten werden rund 26 Prozent aller Pendler. Insgesamt machen 45 500 aller 159 000 Thurgauer Steuerpflichtigen einen Pendlerabzug geltend. Dazu kommen 13 100 Zweitverdiener, in der Regel die Ehefrau. Der Pendlerabzug muss vom Grossen Rat genehmigt werden.

Fünf neue Steuerkommissäre

In eigener Kompetenz kann die Regierung fünf zusätzliche Steuerkommissäre einstellen. Sie sollen Steuer-Mehreinnahmen von 2,75 Millionen Franken bringen. Die Gemeinden profitieren mit 4,1 Millionen Franken. Das Ziel ist laut LÜP-Bericht eine «umfassendere Prüfung der Selbstdeklaration» und eine «rechtsgleichere Besteuerung». Wie Koch sagte, sollen die neuen Leute helfen, den Rückstand bei den Veranlagungen aufzuholen: «Wir wollen nicht die Bevölkerung knütteln.» (wu)

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