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Patriotische Entfettungskur für Kantonsratsbäuchlein

In Frauenfeld sind heute morgen die thurgauischen «Nachrekrutierten» der Infanterie eingerückt, die in der ersten Rekrutenschule nach Herisau aufgeboten sind. Das Kontingent zählt 240 Mann; 80 weitere Thurgauer kommen später in die zweite Rekrutenschule auf der Luziensteig.

In Frauenfeld sind heute morgen die thurgauischen «Nachrekrutierten» der Infanterie eingerückt, die in der ersten Rekrutenschule nach Herisau aufgeboten sind. Das Kontingent zählt 240 Mann; 80 weitere Thurgauer kommen später in die zweite Rekrutenschule auf der Luziensteig.

Das thurgauische Detachement geht heute abend noch von Frauenfeld nach Herisau ab, Zivil angetan mit Strohhut und Köfferchen; das soldatische Gewand bekommen die Rekruten erst in Herisau.

Es gibt ehrgeizige Leute darunter, die sich nicht wenig darüber ärgern, so unsoldatisch zum Städtl und Kanton hinausziehen zu müssen; in Wehr und Waffen wär's ihnen lieber gewesen.

Die Mannschaft macht keinen schlechten Eindruck. Es sind recht viele robuste und unverschämt gesund dreinschauende Burschen darunter, die in der Uniform keine schlechte Figur machen werden. Hie und da sieht man einen mit hübsch gewölbtem Kantonsratsbäuchlein, dass nur unter dem letzten Loch des Ceinturons wird eingeschnallt werden können; aber da wird der Drill recht bald heilsam wirken, und der eine oder andere wird dem Vaterland dafür dankbar sein, dass es ihm eine so patriotische Entfettungskur ermöglicht hat.

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