Parkverbot empört Marktfahrer

FRAUENFELD. Die Frauenfelder Marktaufsicht hat den Marktfahrern letzten Samstag ohne Vorankündigung verboten, die öffentlichen Parkplätze an der Promenade zu benützen. Nach einem Krisentreffen ist das Verbot vorläufig sistiert.

Thomas Wunderlin
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Der Frauenfelder Wochenmarkt zieht jeweils am Samstagvormittag Besucher aus der ganzen Region an. (Archivbild: Susann Basler)

Der Frauenfelder Wochenmarkt zieht jeweils am Samstagvormittag Besucher aus der ganzen Region an. (Archivbild: Susann Basler)

Der Frauenfelder Marktchef Markus Stadler verursachte letzten Samstag unter den Marktfahrern auf der Promenade mit Handzetteln einen Aufruhr. Darauf hiess es, die Marktfahrer dürften per sofort mit ihren Lieferwagen nicht mehr die öffentlichen Parkplätze auf der Promenade benützen.

Parkkarte plötzlich ungültig

Die Marktfahrer verfügten über eine Parkkarte, die sie dazu berechtigt, diese Parkplätze zu benützen, erklärt der Schnittblumen-Züchter Max Rufer aus Hefenhausen. Sie erhielten die Karte jeweils Anfang Jahr mit der Rechnung für die Standgebühr von einigen hundert Franken. «Dort war Gelegenheit, es uns mitzuteilen. Aber nicht jetzt plötzlich so zack und päng.» Besonders wütend geworden sei er, weil der Aufseher nicht auf Einwände eingegangen sei. Rufer räumt ein, die Marktfahrer könnten ihre Lieferwagen morgens durchaus weiter entfernt parkieren, nachdem sie ihren Stand aufgestellt haben. «Doch wir müssen am Mittag wieder hinfahren.»

Bei Marktende müssen die Stände und die unverkaufte Ware wieder abgeräumt werden. Oft sind dann alle Parkplätze belegt.

Rufer übernahm es, mit den Behörden Kontakt aufzunehmen. Er sei nicht der offizielle Sprecher, sagt Rufer. Eine Vereinigung der Marktfahrer des Frauenfelder Wochenmarkts gebe es nicht. «Ich war der», sagt Rufer, «der am wütendsten war.»

Stadtrat Urs Müller zeigte sich sofort zu einem Krisentreffen bereit, wofür ihn Rufer lobt: «Das ging flott.»

Augenschein am Mittwoch

So diskutierten am Mittwochsmarkt um elf Uhr ein Dutzend Marktfahrer mit Müller und Werkhof-Chef Markus Graf das Problem vor Ort. «Müller und Graf sind uns entgegengekommen», sagt Rufer. Das Parkverbot werde für ein, zwei Wochen sistiert. «Wir müssen es nochmals anschauen», bestätigt Werkhof-Chef Graf.

Möglicherweise werde man die schmalen längsseitigen Parkplätze an der Promenadenstrasse für Marktfahrer reservieren. Es sei ohnehin besser, wenn es dort keinen grossen Wechsel gebe, da dadurch der Durchgangsverkehr behindert werde.

Marktfahrer Rufer beurteilt diese Idee skeptisch: «An der Promenade haben nicht alle Platz.» Weshalb überhaupt ein Parkverbot für Marktfahrer gelten solle, erklärt Graf mit dem kürzlich eingeführten Parkverbot unmittelbar vor dem als Glaspalast bekannten Verwaltungsgebäude und der Kantonsbibliothek, wo zuvor samstags parkiert werden durfte.

Parkverbot nach Sanierung

Der Kanton habe das Parkverbot verlangt, nachdem das Verwaltungsgebäude saniert war. Zuvor habe ein «Riesenpuff» geherrscht, sagt Graf. Es habe Beulen gegeben. «Wir haben oft Reklamationen erhalten.» Für die Marktfahrer seien jetzt auf dem Parkplatz hinter der Kantonsbibliothek Plätze reserviert.

«Wir sind nicht erfreut, dass es keine Parkplätze mehr vor dem Glaspalast hat», sagt Rufer. Der 33jährige Gärtner kennt den Wochenmarkt schon, seit er als Fünfjähriger seinen Vater nach Frauenfeld begleitete. Noch vor zehn Jahren habe es beim Parkieren keine Probleme gegeben. Denn alle Autofahrer hätten vor der Kantonsbibliothek und dem Glaspalast schräg parkiert.

Parkierchaos seit zwei Jahren

Das Chaos, das jetzt mit Verboten bekämpft wird, sei erst vor etwa zwei Jahren entstanden. Einige Fahrer hätten begonnen, vor der Kantonsbibliothek im rechten Winkel zu parkieren. Dadurch sei es schwierig geworden, von der gegenüberliegenden Parkreihe entlang der Allee wegzufahren.