Parkplätze sind nicht begehrt

FRAUENFELD. Vor zwei Jahren hat die Stadt Gratis-Parkplätze für Fahrgemeinschaften erstellt. Die Bilanz fällt enttäuschend aus. Die Plätze sind nur minimal benutzt.

Elisabeth Reisp
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Ein Platz der Ruhe: Kaum ein Auto steht auf dem Park+Pool-Platz bei der Rennbahn. Lastwagenfahrer nutzen ihn auch mal als Pausenplatz. (Bild: Elisabeth Reisp)

Ein Platz der Ruhe: Kaum ein Auto steht auf dem Park+Pool-Platz bei der Rennbahn. Lastwagenfahrer nutzen ihn auch mal als Pausenplatz. (Bild: Elisabeth Reisp)

Ein freier Parkplatz ist ein guter Parkplatz. Viele freie Parkplätze sind ein Flop. So wie die Park+Pool-Parkplätze bei den Autobahnzubringern Ost und West in Frauenfeld. Auch nach zwei Jahren sind die drei Plätze beim Hotel Domizil, bei der Rennbahn und bei der Zuckerrübenfabrik minimal bis gar nicht ausgelastet. Eine enttäuschende Bilanz, findet Thomas Müller, Leiter des städtischen Tiefbauamtes. Der städtische Informations-Chef Andreas Anderegg vermutet, dass die Plätze bei der Bevölkerung zu wenig bekannt seien. Eine gewisse Ratlosigkeit an der gestrigen Mini-Pressekonferenz können jedenfalls beide nicht verbergen.

Vor zwei Jahren hat die Stadt drei Plätze in der Nähe der Autobahnzubringer zu Park+Pool-Plätzen umfunktioniert. Gedacht sind diese für Fahrgemeinschaften, welche sich in Frauenfeld treffen und den weiteren Weg zusammen in einem Auto fortsetzen. Das Auto, das nicht gebraucht wird, kann gratis bis zu 16 Stunden auf diesen Plätzen stehen bleiben.

Höchstens fünf Autos

45 Autoabstellplätze und weitere neun für LKWs stehen bei der Pferderennbahn zur Verfügung. 14 Plätze sind es bei der Zuckerrübenfabrik und weitere 15 beim Hotel Domicil. Auf diesem Platz stehen täglich immerhin drei bis fünf Autos. Die anderen zwei Plätze werden noch weniger benutzt. Ausgenommen die neun LKW-Plätze bei der Rennbahn. Zählungen ergaben fünf bis zehn Lastwagen oder Anhänger pro Tag.

Gemäss Informationschef Anderegg sei die Zahl der «wild parkierenden» Lastwagen in der Stadt denn auch deutlich zurückgegangen.

Die Park+Pool-Plätze wurden im Rahmen des Agglomerationsprojekts erschaffen und sollen einen Anreiz zur Bildung von Fahrgemeinschaften bilden. Bei der Erstellung der Plätze konnte die Stadt grösstenteils auf bereits bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Gekostet haben die Plätze die Stadtkasse deshalb nur wenig.

In Matzingen funktioniert's

Park+Pool-Parkplätze sind ökologisch sinnvoll und bei vielen Fahrgemeinschaften sehr beliebt. In anderen Gemeinden werden solche Angebote rege genutzt. Der P+P-Platz beim Autobahnzubringer Matzingen ist zu jeder Tageszeit belegt. Tagsüber jeweils bis auf den letzten Platz besetzt.

Der P+P-Parkplatz in Müllheim teilt hingegen das gleiche Schicksal wie diejenigen in Frauenfeld. «Der Platz ist mager besetzt», sagt der Gemeindeschreiber Paul Pfister. Voll sei er nie.

Anschluss nach St. Gallen zählt

Weshalb die Plätze an der A7 praktisch nicht genutzt werden, derjenige an der A1 dafür umso mehr, können die jeweiligen Gemeinden nicht beantworten. Vermutlich dürfte der Anschluss nach St. Gallen ausschlaggebend sein. Von Frauenfeld ist Zürich mit dem ÖV schneller zu erreichen als mit dem Auto. Deshalb dürften wohl viele Berufspendler für diese Strecke den Zug wählen. Richtung St. Gallen verhält es sich gerade umgekehrt. Die Reise mit dem ÖV dauert fast doppelt so lange wie mit dem Auto. Wer diese Strecke zurücklegt, bevorzugt meist das Auto. Und der Autobahn-Anschluss nach St. Gallen liegt in Matzingen.