Panflöte und Gitarre trotzen Hitze

AADORF. Am Donnerstagabend gastierte einmal mehr der weltbekannte Panflötist Matthias Schlubeck in Aadorf. Zusammen mit Gitarristin Eva Beneke verzauberte er die Zuhörer mit anspruchsvollen Interpretationen und Eigenkompositionen.

Christoph Heer
Merken
Drucken
Teilen
Gitarristin Eva Beneke und Panflötist Matthias Schlubeck spielen in der evangelischen Kirche in Aadorf. Die körperliche Behinderung – Schlubeck ist ohne Unterarme, Hände und Füsse zur Welt gekommen – hindert den Panflötisten nicht daran, einer der weltbesten zu sein. (Bild: Christoph Heer)

Gitarristin Eva Beneke und Panflötist Matthias Schlubeck spielen in der evangelischen Kirche in Aadorf. Die körperliche Behinderung – Schlubeck ist ohne Unterarme, Hände und Füsse zur Welt gekommen – hindert den Panflötisten nicht daran, einer der weltbesten zu sein. (Bild: Christoph Heer)

Die Hitze drückte. Der Schweiss lief hinunter – wahrlich nicht unbedingt ein Abend für einen Konzertbesuch, denn immer noch herrschten Temperaturen von über 30 Grad. Nichtsdestotrotz versammelten sich 150 Panflötenliebhaber in der evangelischen Kirche in Aadorf, um einmal mehr die musikalischen Künste von Matthias Schlubeck zu geniessen.

Musikalische Höhenflüge

Der Deutsche verstand es wiederum, seine Zuhörer vom allerersten Ton an in seinen Bann zu ziehen, natürlich half ihm dabei auch Gitarrenvirtuosin Eva Beneke, die ihn begleitete. Schlubeck selbst spielt sein Instrument mit voller Inbrunst.

Auch im Behindertensport war Schlubeck, der ohne Unterarme, Hände und Füsse zur Welt kam, erfolgreich. So sammelte der damalige Schwimmstar aus Wuppertal etliche Medaillensätze an Grossanlässen, wie etwa 1988 an den Paralympics in Seoul. Auch Weltrekorde (beispielsweise über 50 Meter Brust) stellte er auf. Am Donnerstagabend ging es jedoch nicht um sportliche Höchstleistungen, vielmehr um musikalische Höhenflüge. So wurden unter anderem Interpretationen von Schubert, Dowland, Bach, Mozart oder Klezmer gespielt und wohlwollend beklatscht. Nicht umsonst gilt Matthias Schlubeck als einer der führenden Panflötisten der Welt.

Und es wurde noch heisser

Die Türen blieben während des Konzerts geöffnet, in der Hoffnung einen frischen Wind in die Kirche zu bringen. Dem war jedoch nicht so. Zeigte das Thermometer anfänglich 25,8 Grad, stieg es unaufhörlich auf über 27 Grad. Kein Wunder, gebrauchten die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer das Programmheft als Fächer. Nichtsdestotrotz: Das Hörerlebnis war vom Feinsten, und viele Augenpaare blieben lange geschlossen; nicht des Schlafes-, sondern vielmehr des Geniessens wegen.